Russisch von klein auf

Vorarlberg / 12.02.2018 • 18:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Spielgruppe Rusalotschka lernen die Kinder viel über die russische Kultur. Hier lernen sie, wie Porzellan bemalt werden kann. VN/Lorenzi
In der Spielgruppe Rusalotschka lernen die Kinder viel über die russische Kultur. Hier lernen sie, wie Porzellan bemalt werden kann. VN/Lorenzi

Bei Rusalotschka sprechen die Kinder miteinander Russisch.

Dornbirn Heute ist ein großer Tag in der Spielgruppe Rusalotschka. Heute wird Sarahs Geburtstag gefeiert. Die Kinder sitzen an einem Tisch und haben bunte Hütchen auf. Zuerst wird gesungen, dann gratuliert. „S dnjom roshdenija““, gratulieren alle. Und das Geburtstagskind antwortet mit „Spasibo bolschoje“.

Die Spielgruppe Rusalotschka hat etwas Besonders: dort wird nur Russisch gesprochen. „Die Kinder wachsen bilingual auf“, erklärt Alissa Kaplunova, Obfrau des Vereins Rusalotschka. „Wir malen, singen und turnen – und das alles in russischer Sprache.“

Russisch und Deutsch

Der Verein, über welchen die Spielgruppe organisiert ist, wurde 2011 gegründet. „Rusalotschka wurde von russischsprachigen Müttern initiiert“, erklärt Kaplunova. „Damit unsere Kinder hier sowohl Deutsch als auch Russisch lernen können.“ Heute gibt es bereits drei Gruppen – zwei Spielgruppen für die jüngeren Kinder und eine Gruppe für größere. „Die Großen bekommen Russischunterricht und Kulturunterricht, beispielsweise über das Schachspiel“, sagt die Obfrau.

Insgesamt sind rund 25 Familien im Verein aktiv. Diese treffen sich regelmäßig auf Vereinsveranstaltungen, wie auf dem Neujahrsfest am
21. Dezember oder auf dem Osterfest, auch Maslenica genannt. „Das ist sehr schön“, erzählt Kaplunova, „Da kommen auch die nichtrussischsprachigen Elternteile und spielen und singen mit, auch wenn sie unsere Lieder nicht verstehen.“

Die Kinder treffen sich wöchentlich in der Spielgruppe, die in einem Gebäude neben dem Stadtbad Dornbirn zu finden ist. „Am Vormittag sind sie in einer deutschsprachigen Spielgruppe“, informiert Kaplunova.

Für die Eltern ist Rusalotschka eine Möglichkeit, ihre Sprache und Kultur auch an die Kinder weiterzugeben, wie Kira Dür – eine der Mütter – sagt: „Ich kann meinem Kind daheim die russische Kultur nicht so gut beibringen. Ich lebe hier ja nach österreichischen Regeln. Meine Tochter lernt das in der Spielgruppe.“

Die vier Pädagoginnen von Rusalotschka bieten den Kindern eine Reihe von Aktivitäten: „Heute lernen wir Gschel, das ist eine spezielle Methode, wie man Geschirr bemalen kann“, informiert Pädagogin Galina Dressel. „Außerdem proben wir mit den Kindern Theaterstücke, die wir dann aufführen. Das fördert das Selbstvertrauen in der Gruppe.“

Die Spielgruppe steht jedem Kind offen. Allerdings sollten die Kinder bereits ein bisschen Russisch sprechen können. „Wenn sie bereits ein bisschen Russisch sprechen, dann lernen sie langsam, zwischen den Sprachen zu wechseln“, bemerkt Kaplunova. VN-JLO

Mein Sohn besucht Rusalotschka seit drei Jahren. Seitdem wirke ich auch im Verein mit. In der Gruppe spiele ich mit den Kindern Kasperltheater. Der Kasperl heißt bei uns Petruschka. Galina Dressel, 39, Bregenz

Mein Sohn besucht Rusalotschka seit drei Jahren. Seitdem wirke ich auch im Verein mit. In der Gruppe spiele ich mit den Kindern Kasperltheater. Der Kasperl heißt bei uns Petruschka. Galina Dressel, 39, Bregenz

Mir gefällt die Atmosphäre hier bei Rusalotschka. Im Verein kann mein Kind auch sehr gut die russische Kultur und Sprache pflegen. Man bleibt auch mit anderen Menschen gut in Verbindung. Marina Wehowsky, 35, Bartholomäberg

Mir gefällt die Atmosphäre hier bei Rusalotschka. Im Verein kann mein Kind auch sehr gut die russische Kultur und Sprache pflegen. Man bleibt auch mit anderen Menschen gut in Verbindung. Marina Wehowsky, 35, Bartholomäberg

Meine Tochter ist schon das dritte Jahr dabei. Ich komme mit ihr zu dieser Spielgruppe, weil ich es wichtig finde, dass die Kinder auch unter sich sein können und etwas über die russische Kultur lernen. Kira Dür, 35, Schwarzach

Meine Tochter ist schon das dritte Jahr dabei. Ich komme mit ihr zu dieser Spielgruppe, weil ich es wichtig finde, dass die Kinder auch unter sich sein können und etwas über die russische Kultur lernen. Kira Dür, 35, Schwarzach