Zufriedene Mittelständler

Markt / 12.02.2018 • 22:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger Mittelstand (im Bild: Z Werkzeugbau) ist mit der Geschäftslage zufrieden.VN/Steurer
Der Vorarlberger Mittelstand (im Bild: Z Werkzeugbau) ist mit der Geschäftslage zufrieden.VN/Steurer

Mittelstandsbarometer: Vorarlberger Unternehmer zufrieden mit regionaler Standortpolitik.

Schwarzach, wien Geschäftslage, Investitionen und Beschäftigung steigen in Österreich auf ein Zehn-Jahres-Hoch. Seit dem Jahr 2008 ermittelt EY (früher: Ernst & Young), eine der führenden österreichischen und weltweit größten Wirtschaftsprüfungs- bzw. Unternehmensberatungsfirmen, halbjährlich die Situation mittelständischer Unternehmen in Österreich. Und noch nie, so die Umfrage unter 900 Firmen, die zwischen 30 und 2000 Mitarbeiter beschäftigen, war die Stimmung so gut. Und diese gute Stimmung fußt auf solidem Boden, wobei die Vorarlberger Befragten sowohl mit guten Nachrichten als auch mit Zukunftssorgen ganz vorne liegen, wie Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich und dort für den Bereich Mittelstand verantwortlich, feststellt.

Vorarlberg auf Platz eins

Die Geschäftslage jedenfalls könnte kaum besser sein. 97 Prozent der Vorarlberger Mittelständler bewerten ihre aktuelle Geschäftslage positiv – das bedeutet Platz eins im Bundesländer-Vergleich. Nur die Firmen im Nachbarbundesland Tirol bewerten ihre Geschäftslage ebenso gut. Und immerhin 42 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der eigenen Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten, damit landet Vorarlberg auf dem zweiten Platz hinter Oberösterreich.

Allerdings trauen die Vorarlberger mittelständischen Unternehmen dem Konjunkturhoch nicht ganz: Nur 44 Prozent rechnen mit einem weiteren Wirtschaftsaufschwung in Österreich im laufenden Halbjahr. Wie auch, wenn bereits fast alle befragten Vorarlberger Unternehmer volle Auftragsbücher haben? Für Lehner zeugen die Antworten auch von alemannischer Vorsicht und Realitätssinn. Wobei man das relativ sehen müsse in der sehr guten Verfassung, in der sich die Wirtschaft derzeit befinde.

Ein Drittel der Vorarlberger Unternehmer wollen laut EY-Mittelstandsbarometer ob der guten Geschäftslage ihre Gesamtinvestitionen in den nächsten sechs Monaten erhöhen. Damit nimmt Vorarlberg im Bundesländer-Ranking Rang vier ein. Lediglich drei Prozent wollen ihre Investitionen zurückfahren.

Neue Arbeitsplätze

Die Firmen tun das ihre, um die von Land und AMS erhoffte Vollbeschäftigung zu erreichen. 44 Prozent der Vorarlberger Mittelständler wollen kurzfristig zusätzliche Arbeitskräfte anstellen. In keinem anderen Bundesland werden so viele neue Jobs geschaffen. Und damit kommt die EY-Befragung zum einzig richtigen Problem, das die Firmen im Land orten, denn: „88 Prozent der Vorarlberger Mittelstandsbetriebe haben Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Damit ist der Fachkräftemangel in Vorarlberg am akutesten“, so Lehner. Der Mangel könne das mögliche Wachstum durchaus beeinträchtigen, analysiert der Unternehmensberater diesen Mangel.

Wirtschaftslandesrat Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und ­Landeshauptmann Markus Wallner dürfte auf jeden Fall freuen, wie die Unternehmer die Standortpolitik im Land beurteilen. 61 Prozent ­geben ihr gute Noten, nur in Tirol sind die Firmenchefs noch zufriedener (65%). In Wien liegt dieser Wert bei 33 Prozent. Die öster­reichische Wirtschaftspolitik findet bei 45 Prozent der Betriebe Zustimmung.

„Gegen Fachkräftemangel muss man in den Schulen positives Wirtschaftsklima schaffen.“

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97 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Vorarlberg bewerten die aktuelle Geschäftslage positiv.

 

88 Prozent der befragten Vorarlberger Unternehmen beklagen den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr.

 

61 Prozent sind mit der Standortpolitik der Vorarlberger Landesregierung zufrieden, 45 Prozent geben der Bundesregierung gute Noten.