„Musik muss Geschichten erzählen“

Kultur / 13.02.2018 • 19:53 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Reinhold Schmölzer (Drums), David Helbock (Piano) und Raphael Preuschl (Bass/Bassukulele) entführen in eine Welt der Mythen. Severin Koller
Reinhold Schmölzer (Drums), David Helbock (Piano) und Raphael Preuschl (Bass/Bassukulele) entführen in eine Welt der Mythen. Severin Koller

David Helbock über die Bedeutung von Mythen und neue musikalische Projekte.

Feldkirch Hunderte Konzerte rund um den Globus, begeisterte Kritiken zu seinen CDs und zahlreiche Auszeichnungen, wie etwa der „Outstanding Artist Award“ des Bundes Österreich. Der Koblacher Musiker und Komponist David Helbock (34) ist längst auf dem internationalen Parkett der Jazzmusiker angekommen. Im Rahmen einer kleinen Tour, die ihn unter anderem ins Saumarkt-Theater nach Feldkirch und in den Kulturverein Bahnhof Andelsbuch führt, präsentiert er in dieser Woche sein aktuelles Programm „Into The Mystic“, das auch als CD beim renommierten Label ACT Music erschienen ist. Im VN-Interview spricht Helbock über die Bedeutung der Mythen und welche musikalischen Projekte folgen werden.

Was erwartet den Besucher bei Ihrem Programm „Into The Mystic“?

Helbock Es handelt von der Mythologie und mystischen Erzählungen. Viele Stücke habe ich selbst komponiert. Dabei habe ich mich von Geschichten aus verschiedenen Mythologien, unter anderem der griechischen Mythologie oder alten persischen Geschichten, inspirieren lassen. Das Programm beinhaltet aber auch Erzählungen aus neueren Mythologien, wie zum Beispiel aus der Star-Wars-Reihe. Ich habe viel von Joseph Campbell gelesen, der als Mythenforscher Geschichten aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen miteinander verglichen hat. Schlussendlich geht es aber immer um die Reise nach innen – das was mich innerlich berührt. Auch Musik kann auf eine mystische Weise berühren.

 

Wie sind Sie mit dem Thema Mythologie in Berührung gekommen?

Helbock Dieses Thema verfolgt mich schon seit meiner Jugend. Früher habe ich mich neben Joseph Campbell auch intensiv mit Michael Köhlmeier beschäftigt und seine Hörbücher gehört. Diese haben mich inspiriert und fasziniert. 

Wie lassen sich diese Mythen musikalisch umsetzen?

Helbock Mit jeder Menge Intuition. Das ist kein rationaler Prozess, es passiert viel aus dem Gefühl heraus. Ich spiele sehr viel am Klavier und arrangiere die Stücke dann meist später für das Trio. Die Songs entstehen oft aus der Improvisation und entwickeln sich im Proberaum und auf der Bühne ständig weiter.

 

Gibt es eine bestimmte Botschaft, die Sie vermitteln wollen?

Helbock Diese Reise nach innen steht bei mir an erster Stelle. Der Zuhörer kann die Augen zumachen und die Musik auf sich wirken lassen, ohne dabei zu versuchen, etwas zu analysieren und emotional zu bewerten.

 

Man beschreibt Sie als musikalischen Geschichtenerzähler.

Helbock Das ist ein schönes Kompliment (lacht). Ich denke sehr viel in Bildern, gehe gerne ins Kino oder lese Bücher. Für mich sind Geschichten generell wichtig, und Musik muss Geschichten erzählen.

 

Sie sind auf der ganzen Welt als gefragter Musiker unterwegs. Wird Ihre Musik außerhalb der Landesgrenzen anders wahrgenommen?

Helbock Ja. Man merkt schon, dass der Musikmarkt in ärmeren Ländern wie Afrika oder Südamerika nicht so übersättigt ist. Die Menschen dort sind sehr gierig nach Kultur und anderer Musik – was ich sehr spannend finde.

 

Welche Projekte sind nach „Into The Mystic“ geplant?

Helbock Ende Mai veröffentliche ich mit der Formation Random/Control mit den Vorarlberger Musikern Johannes Bär und Andreas Broger eine neue CD. In dieser Formation stehen die Blasinstrumente im Fokus. Zu dritt spielen wir ungefähr 30 verschiedene Blasinstrumente – vom Alphorn und der Tuba bis hin zum Saxophon. Dann stehen wieder einige Konzerte in ganz Europa auf dem Programm. Im September findet die CD-Präsentation im Dornbirner Spielboden statt. Es geht also nahtlos über in das neue Projekt. VN-TAG

David Helbock Trio: 15. Februar, 20.15 Uhr, Theater am Saumarkt Feldkirch; 16. Februar, Kultur Cinema Arbon (CH), 17. Februar, 20 Uhr, Kulturverein Bahnhof Andelsbuch