Bildung:

Leserbriefe / 14.02.2018 • 20:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bei der Sache bleiben

Leserbriefspalten eignen sich nicht gerade für eine konstruktive Auseinandersetzung. Dies zeigt sich aktuell in einer konzentrierten Aktion der Vorarlberger ÖAAB-Lehrergilde. Anlass war ein Leserbrief von Peter Fischer, in dem er dem Obmann der ÖAAB-Lehrer reaktionäre Bildungsvorstellungen zuschreibt. Gleich rücken mehrere verdiente ÖAAB-Mitglieder/Funktionäre (natürlich privat) gegen Fischer aus. Ursprung der polemischen Auseinandersetzung war das unkritische Bejubeln der angekündigten blau-schwarzen Bildungsmaßnahmen durch den ÖAAB-Obmann Türtscher. Tatsache ist aber auch, dass Hunderte Universitätsangehörige gegen eine radikale Segregation von Schüler/innen in sogenannten Deutschklassen protestiert haben. Es ist belegt, dass eine substanzielle, in der Analyse detaillierte, verbale Beurteilung der Persönlichkeit und den Leistungen eines Kindes wesentlich näher kommt als eine Ziffernnote. Ziffernbenotung ist genauso subjektiv wie verbale Beurteilung, sie streut bei ein- und derselben Arbeit von 1 bis 5 (!), versucht darüber hinaus allerdings auch noch Objektivität vorzutäuschen. Neben aller übrigen Unkenntnis, verbale Beurteilung mit dem Vergeben von Smileys zu vergleichen, zeigt, wie wenig Sachwissen hier vorhanden ist. Die Erfolge Finnlands bei internationalen Tests auf „lange zuvor gesäte“ Faktoren zurückzuführen, ist ein weiteres Beispiel für die fehlende Sachkenntnis. Wir laden die ÖAAB-Lehrer/innen zum öffentlichen Podium, „Wie kann eine bessere Schule gelingen?“, ein und freuen uns auf eine konstruktive Diskussion.

Dr. Gerhard Pušnik, Obmann VLI, Brühlstraße, Ludesch