Yildirim spricht sich für Yücels Freilassung aus

Politik / 14.02.2018 • 22:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Korrespondent der deutschen „Welt“, Deniz Yücel, befindet sich seit einem Jahr in einem türkischen Gefängnis. Auch in Österreich löste die Inhaftierung Protest aus. APA
Der Korrespondent der deutschen „Welt“, Deniz Yücel, befindet sich seit einem Jahr in einem türkischen Gefängnis. Auch in Österreich löste die Inhaftierung Protest aus. APA

berlin Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat sich für eine rasche Freilassung des inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel ausgesprochen. „Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit freigelassen wird. Ich bin der Meinung, dass es in kurzer Zeit eine Entwicklung geben wird“, sagte Yildirim in einem Interview mit den ARD-„Tagesthemen“. Allerdings entscheide nicht die Regierung, sondern die Justiz über Yücels Fall, sagte der Regierungschef, der heute die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin trifft.

Der deutsch-türkische Journalist Yücel sitzt seit Mittwoch genau ein Jahr in Haft. Bis heute gibt es keine Anklageschrift gegen den 44-Jährigen. Bei der deutschen Regierung stößt dies auf Unverständnis und scharfe Kritik. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) bezeichnete Yücel als „Geisel“ der Türkei; die Regierung machte eine Verbesserung der Beziehungen von der Freilassung des Journalisten abhängig.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sicherte bereits Anfang Jänner vor einem Besuch bei Gabriel zu, sich für die Beschleunigung des Verfahrens einzusetzen. Seitdem ist jedoch nichts passiert. Die türkische Regierung beharrt seit Anbeginn auf der Unabhängigkeit der Justiz, doch bestehen Zweifel, dass sie tatsächlich frei entscheiden kann, nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan Yücel als deutschen Spion und kurdischen Agenten bezeichnet hat.