Entsetzen nach Schul-Massaker

Welt / 15.02.2018 • 22:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Trauer und Entsetzen bei Schülern und Angehörigen. Nikolas Cruz hat 17 Menschen erschossen.  AFP, AP
Trauer und Entsetzen bei Schülern und Angehörigen. Nikolas Cruz hat 17 Menschen erschossen.  AFP, AP

19-jähriger Täter wird als psychisch auffälliger Einzelgänger beschrieben.

Parkland Das Grauen begann am Valentinstag um 14.40 Uhr Ortszeit, kurz vor Schulschluss. Ein 19-Jähriger kam mit einer halbautomatischen Waffe in die Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im Bundesstaat Florida. Er hatte jede Menge Munition, außerdem Rauchgranaten und eine Gasmaske bei sich. Er eröffnete das Feuer und tötete 17 Menschen. 15 Verletzte waren am Donnerstag noch in Krankenhäusern.

Schüler, Lehrer und Eltern schildern furchtbare, entsetzliche Szenen der Tat. Einer ersten Rekonstruktion zufolge löste der Täter einen Feueralarm aus. Von einer Gasmaske geschützt, habe er Rauchbomben gezündet, so schildert es Senator Bill Nelson nach einem Gespräch mit Ermittlern. Dann feuerte er auf die fliehenden Schüler und Lehrer. Zwölf starben in der Schule, drei davor, zwei im Krankenhaus.

Der Täter soll die Schule dann im Strom der vielen Fliehenden verlassen haben, schreiben US-Medien unter Berufung auf die Polizei. Wenig später wurde er in Coral Springs unweit der Schule festgenommen.

„Professioneller Schul-Schütze“

Ein 19 Jahre alter Junge, Einzelgänger, möglicherweise mit psychischen Problemen. Vor Kurzem soll er sich einer rechtsradikalen Gruppe angeschlossen haben. Unter seinem Namen erschien kürzlich ein Youtube-Post: „Ich möchte ein professioneller Schul-Schütze sein.“ Ob diese Zeile tatsächlich von dem Täter stammt, muss sich erst noch erweisen.

Die Polizei gibt den Namen des Schützen mit Nikolas Cruz an. Er war aus Disziplinargründen von der Schule geflogen, berichtete Sheriff Scott Israel. Cruz, so berichten es ehemalige Mitschüler in US-Medien, sei ein Einzelgänger mit Faible für Schusswaffen und Messer gewesen. Ein „schwieriger Typ“ – viele sagen nun, nach der Tat, man habe früher oft gewitzelt: Wenn jemals jemand mal bewaffnet ihre Schule überfalle, dann ja wohl Cruz.

Ein Lehrer sagte am Mittwoch, der Mann habe schon vor seinem Rauswurf nicht mehr mit einem Rucksack auf den Campus kommen dürfen. Am Donnerstag wird Cruz des 17-fachen Mordes angeklagt. In orangefarbener Häftlingskleidung und schwer gefesselt schweigt er vor Gericht. Der Bürgermeister des Bezirks Broward, Beam Furr, sagte dem Fernsehsender CNN, der Verdächtige sei zeitweise psychiatrisch behandelt worden, aber seit mehr als einem Jahr nicht mehr in der Klinik gewesen.

Seine Mutter Lynda sei am 1. November an einer Lungenentzündung gestorben, berichteten laut „Sun Sentinel“ Nachbarn, Freunde und Familienangehörige. Mit ihrem Mann, der vor einigen Jahren an einem Herzinfarkt gestorben sei, habe sie Nikolas und dessen biologischen Bruder Zachary adoptiert. Nach Lyndas Tod hätten die beiden Jungen zunächst bei einem Freund der Familie gelebt. Cruz habe es dort nicht gefallen und er sei zur Familie eines Freundes gezogen. Nach Angaben des Anwalts dieser Familie wusste sie, dass er eine Waffe vom Typ AR-15 besaß, sorgte aber dafür, dass er das Gewehr in einem Schrank verschloss. Er habe allerdings einen Schlüssel dafür gehabt.

This booking photo obtained February 15, 2018 courtesy of the Broward County Sheriff's Office shows shooting suspect Nikolas Cruz. Authorities in Florida could offer no explanation Wednesday night as to why a former student armed with an AR-15 rifle opened fire at a high school earlier that day, killing at least 17 people. Broward County Sheriff Scott Israel identified the gunman as Nikolas Cruz, 19, a former student at Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland who had been expelled for

This booking photo obtained February 15, 2018 courtesy of the Broward County Sheriff’s Office shows shooting suspect Nikolas Cruz. Authorities in Florida could offer no explanation Wednesday night as to why a former student armed with an AR-15 rifle opened fire at a high school earlier that day, killing at least 17 people. Broward County Sheriff Scott Israel identified the gunman as Nikolas Cruz, 19, a former student at Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland who had been expelled for „disciplinary reasons,“ but was currently enrolled in Broward County Public Schools.Cruz, whose fellow students described him as „troubled,“ was arrested without incident in the nearby town of Coral Springs after the Valentine’s Day rampage and taken to hospital with minor injuries, the sheriff said. / AFP PHOTO / Broward County Sheriff’s Office / Handout / RESTRICTED TO EDITORIAL USE – MANDATORY CREDIT „AFP PHOTO / BROWARD COUNTY SHERIFF’S OFFICE/HANDOUT“ – NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS – DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Students are evacuated by police from Marjorie Stoneman Douglas High School in Parkland, Fla., on Wednesday, Feb. 14, 2018, after a shooter opened fire on the campus. (Mike Stocker/South Florida Sun-Sentinel via AP)

Students are evacuated by police from Marjorie Stoneman Douglas High School in Parkland, Fla., on Wednesday, Feb. 14, 2018, after a shooter opened fire on the campus. (Mike Stocker/South Florida Sun-Sentinel via AP)