Südafrika hat einen neuen Präsidenten

Politik / 15.02.2018 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ramaphosa galt bereits in den 90er-Jahren als möglicher Mandela-Nachfolger. AP
Ramaphosa galt bereits in den 90er-Jahren als möglicher Mandela-Nachfolger. AP

Ramaphosa nach Zuma-Rücktritt zum Staatschef ernannt.

kapstadt Machtwechsel in Südafrika: Das Parlament in Kapstadt hat den Vizepräsidenten und ANC-Chef Cyril Ramaphosa zum neuen Staatschef gewählt. Das gab Verfassungsrichter Mogoeng Mogoeng am Donnerstag bekannt. Am Abend zuvor war der langjährige Präsident Jacob Zuma, der in eine Reihe von Korruptionsskandalen verwickelt ist, nach langem Zögern zurückgetreten.

Zuma kam mit seinem Rücktritt einer Amtsenthebung zuvor. Seine Partei, der Afrikanische Nationalkongress (ANC), hatte für Donnerstag ein Misstrauensvotum im Parlament angesetzt. In den vergangenen Wochen war der Druck auf Zuma stetig gewachsen, den Posten an der Staatsspitze zu räumen. Der 65-jährige ehemalige Gewerkschaftsführer Ramaphosa galt bereits in den 90er-Jahren als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge des Anti-Apartheid-Kämpfers Nelson Mandela. Doch Thabo Mbeki setzte sich damals innerhalb des ANC durch und wurde Präsident. Ramaphosa ging in die Wirtschaft und machte ein Vermögen.

Der aus dem Township Soweto stammende Ramaphosa hatte 1982 die Bergarbeitergewerkschaft NUM gegründet, die mit Streiks gegen die weißen Herrscher aufbegehrte. 2012 forderte er als Mitglied des Aufsichtsrats des Minenbetreibers Lonmin selbst ein hartes Vorgehen gegen Streikende. Der neue Präsident möchte nach eigenen Angaben vor allem die Wirtschaft ankurbeln und gegen Korruption vorgehen.