Bahngleise sind kein Spielplatz

Vorarlberg / 16.02.2018 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rettungseinsatz nach einem Unfall am Bahnsteig: Die ÖBB möchten Schüler für das Thema in einer Kampagne sensibilisieren. vn
Rettungseinsatz nach einem Unfall am Bahnsteig: Die ÖBB möchten Schüler für das Thema in einer Kampagne sensibilisieren. vn

Die ÖBB informieren Schüler über die Risiken im Bahnverkehr.

Mäder Dutzende neugierige Augenpaare, zwei Schulen und die Botschaft: Bahngleise sind kein Spielplatz. Am vergangenen Donnerstag informierten die ÖBB die dritten und vierten Klassen der Mittelschulen Mäder und Zwischenwasser über Gefahren und Risiken im Bahnverkehr.

Betriebsmanager Ludwig Köchle ist einer von insgesamt fünf ÖBB-Mitarbeitern, die Vorarlbergs Schüler für das Thema Sicherheit im Bahnverkehr sensibilisieren. Ihm ist dabei eines besonders wichtig: „Wenn durch solche Veranstaltungen auch nur ein Toter oder Verletzter verhindert wird, dann hat sich das für uns bereits rentiert.“

Der Betriebsleiter zeigte den Schülern anhand verschiedener Videoszenarien, was bei einem unbedachten Verhalten in der Nähe von Gleisen alles passieren kann. Die Züge sind schnell, können nur auf große Distanzen bremsen und kommen von beiden Seiten. So solle man die Gleise nur an den gekennzeichneten Unterführungen queren, niemals auf Waggons klettern und stets hinter der Sicherheitslinie bleiben.

„Diese Vorträge sind nicht nur für die Kinder ein Mehrwert, sondern auch für unsere Lokführer. Denn Lokführer beschweren sich, dass sich Menschen durch unbedachtes Verhalten in Gefahr bringen“, erklärt Köchle.

Insgesamt erreichten die ÖBB bereits über 3000 Kinder und Jugendliche mit den Vorträgen, wie ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair informiert. Die Präsentationen werden seit drei Jahren an Vorarlberger Schulen gezeigt. Sie sind dabei ein Bestandteil der Sicherheitskampagne „Pass auf dich auf!“. Diese soll mit verschiedenen Maßnahmen den durch Unwissenheit und Leichtsinn verursachten Unfällen entgegenwirken, wie Köchle erklärt. „Wir setzen bei den Kindern an.“ Die Kinder dienen als Multiplikatoren, weil sie das Gelernte im Familien- und Freundeskreis verbreiten und zu sorgfältigem Verhalten animieren: „Auf diese Weise könnten wir in einigen Jahren die gesamte Bevölkerung erreichen.“

In Vorarlberg hat diese Kampagne einen traurigen Hintergrund. Vor zehn Jahren wurde eine 18-jährige kanadische Austauschstudentin beim unbefugten Überqueren der Gleise von einem Schnellzug erfasst und getötet. VN-HAM, VN-JLO

„Diese ­Vorträge sind nicht nur für die ­Kinder ein ­Mehrwert.“

Der ÖBB-Service steht allen Schulen zur Verfügung. Interessierte können sich unter sicherheitskampagne@oebb.at bei den Bundesbahnen melden.