Im Kathi-Zimmer stieg die große Fete

Sport / 16.02.2018 • 21:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Katharina Liensberger war überglücklich über Platz acht. AFP
Katharina Liensberger war überglücklich über Platz acht. AFP

Wie Kathi Gallhuber Bronze holte und Kathi Liensberger ihr olympisches Abenteuer genoss.

Slalom Es ist exakt 13.47 Uhr Ortszeit. Die Göfnerin Katharina Liensberger (20) fährt beim olympischen Damenslalom ins Ziel. Grün leuchtet auf, eine Vorarlbergerin führt das Olympiarennen an. Und wenn dieser Zustand auch nur knappe zwei Minuten dauerte – er wurde zu einem Stück Vorarlberger Olympiageschichte. „Ein megacooler Tag heute. Ich hab’ Riesenspaß gehabt beim Skifahren und hab’ versucht, meine Leistung zu bringen. Ich werde alle positiven Eindrücke von heute mitnehmen“, gab die überglückliche Achte unmittelbar nach dem Rennen den VN zu Protokoll. Olympia, gestand die 20-Jährige, habe schon ein besonderes Flair. Ihren Vorarlberger Fans teilte sie mit: „Ich möchte mich herzlich bei euch allen bedanken, dass ihr mir die Daumen gedrückt habt. Liebe Grüße ans Ländle.“

Nun auch Team-Event?

In der nüchternen Analyse sprach Liensberger von einem Rennen, bei dem sie in beiden Läufen zuerst den Rhythmus suchen musste. Einzelne Schwünge hätten nicht so gepasst, aber insgesamt sei sie absolut zufrieden. „Für die Zukunft gilt es jetzt, an den Mankos zu arbeiten.“ Bei Olympia dabei gewesen zu sein, hat dem VSV-Aushängeschild durchaus Respekt eingeflößt „Es war ein besonderes Event. Dessen war ich mir vor allem vor dem ersten Lauf bewusst.“ Für Liensberger könnte das letzte Kapitel Olympia 2018 noch nicht geschrieben sein. „Wir fahren jetzt Quali für den Teambewerb. Möglich, dass ich dort auch noch einen Einsatz bekomme.“ Olympia abseits der Skirennpisten genieße sie trotzdem. „Ich habe schon jetzt alles Positive von den Spielen aufgesogen.“

Der Husarenritt

Einen Husarenritt lieferte Zimmer- und Namenskollegin Katharina Gallhuber ab. Noch nach dem ersten Durchgang hatte sie achselzuckend bemerkt: „Das ist nicht mein Schnee. Ich mag’s, wenn ich die Kanten fest setzen kann, gegen Ende des Laufes wurde ich zu spitz. Im zweiten Lauf werde ich Vollgas geben.“ Was sich bei vielen Rennläufern in dieser Situation wie eine Floskel anhört, wurde bei der Niederösterreicherin in Durchgang zwei zu Fleisch und Blut. Sie zauberte den Lauf ihres Lebens in den vermeintlich ungeliebten Schnee, stellte eine überragende Bestzeit auf. Als wenig später Bernadette Schild auf Rang zwei fuhr und ein ÖSV-Trio von der Spitze lachte, rief ein österreichischer Scherzkeks: „Und jetzt Abbruch, Abbruch.“

Es reichte für „Galli“ auch ohne Abbruch zu einer Medaille. Als die große Mikaela Shiffrin an ihrer Zeit zerbrach, war die Göstlingerin nicht mehr zu halten. Sie vollführte Luftsprünge. „Ich hab’ gewusst, es hilft nur Vollgas. Das ist mir gelungen. Aber dass es Bronze wird, ist einfach ein Traum. Damit habe ich nicht gerechnet.“ Wie sollte sie auch. Bisher war Gallhuber noch nie ein Top-drei-Platz gelungen, „nicht einmal ein Top-fünf-Rang“, wie sie gestand.

Für die negative Überraschung aus ihrer Sicht sorgte die große Slalom-Dominatorin der bisherigen Saison, Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin erwischte einen rabenschwarzen Tag und wurde nur Vierte. „Ich war heute nicht ich selbst. Ich bin sehr enttäuscht“, meinte die 22-Jährige. Apropos Enttäuschung: Das war die Kulisse im Yongpyong Alpine-Centre. Nur wenige Fans verirrten sich ins Skistadion. Man sah auch kein einziges österreichisches Transparent. Dafür ein irisches. Eine Dame namens Tess Arbez hatte ihre Fans vor Ort. Sie wurde immerhin 46. VN-HK

Zimmerkollegin Katharina Gallhuber holte sich die Bronzemedaille. APA
Zimmerkollegin Katharina Gallhuber holte sich die Bronzemedaille. APA