Proteste gegen

Leserbriefe / 18.02.2018 • 18:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Valentinstag

Danke für den Bericht „Proteste gegen Valentinstag“ in den VN vom 15. Februar. Was für die einen irgendwie komisch wirkt, stellt für die Menschen in Lahore eine massive Bedrohung dar. Sie wohnen nämlich als dezimierte Religionsgemeinschaft von Christen im großteils muslimischen Pakistan vorwiegend in dieser Gegend. Es ist für viele von uns unvorstellbar, welchen Repressalien diese Menschen ausgesetzt sind. Um nur drei Beispiele zu nennen: Vor zirka einem halben Jahr wurde ein 17-jähriger Mann wegen seines Glaubens von der Polizei zu Tode geprügelt. Ein christliches Ehepaar wurde wenige Monate davor in einen Kohleofen gestoßen. Seit Jahren sitzt Asia Bibi unter grauenhaften Bedingungen im Gefängnis. Grund ist ein an den Haaren herbeigezogene Beleidigung des Propheten. Sollte sie nicht die Todesstrafe erhalten, so fühlten sich Gruppen wie die im Artikel genannte Islami Jamiat berufen, sie auf offener Straße zu lynchen. Irgendwie fällt es schwer, an einen toleranten und friedlichen Islam zu glauben. Denn in Pakistan mit über 95 Prozent Muslimen müsste das, wenn der Islam denn friedlich wäre, doch möglich sein. Dass aber gerade Studenten gegen den Valentinstag demonstrieren, gibt doch zu denken. Denn der heilige Valentin erlitt das Martyrium, weil er gegen den Willen Kaiser Claudius II. Ehepaare getraut hat.

P. Bernhard Kaufmann,

Jennen, Dornbirn