Marcel Hirscher

Sport / 19.02.2018 • 20:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Goldjunge Marcel Hirscher steht bei den Pressekonferenzen im Österreich-Haus stets im Mittelpunkt.VN/HK
Goldjunge Marcel Hirscher steht bei den Pressekonferenzen im Österreich-Haus stets im Mittelpunkt.VN/HK

Es gehört zum Leben eines Superstars, sehr viele öffentliche Auftritte zu absolvieren, absolvieren zu müssen. Das macht Marcel Hirscher dieser Tage. Fernsehstationen aus aller Welt, Zeitungsreporter, Fotografen, Sponsoren, Fans – alle reißen sich um den 28-jährigen Salzburger. Hirscher absolviert alle Termine unaufgeregt und professionell. Bei den klassischen Pressekonferenzen vor den Renntagen mit den nominierten ÖSV-Läufern im Österreich-Haus sind seine Mannschaftskollegen oft nur Statisten. Die Reporter nehmen fast ausschließlich ihn in Beschlag, wollen alles Mögliche von ihm wissen.

Der mittlerweile zweifache Olympiasieger nimmt jede Frage ernst. Nie gibt er seinem Gegenüber das Gefühl, er stelle unnütze Fragen, auch wenn Hirscher viel schon oft gehört hat und er daher dieselben Antworten gibt. Aber er antwortet nie in einem geringschätzenden Ton und zeigt Respekt gegenüber den Journalisten und der Arbeit, die sie machen.

Hirscher ist nicht der volksnahe Typ, Marke Franz Klammer. Aber auch nicht der abgehobene mit Star-Allüren. Er ist kontrolliert, sachlich und doch auch nicht humorlos.

Tatsächlich wissen Reporter mittlerweile kaum mehr, was sie ihn fragen sollen. Ein Kollege, der Hirscher regelmäßig durch den Rennwinter begleitet, gestand mir: „Ich war durch die Jahre bei fast allen seiner vielen Siege dabei. Es gehen dir die Fragen aus, ja.“

So kommt es zu Momenten wie gestern im Presseraum des Yongpyong Alpine Centers. Hirscher macht nach seinem internationalen Interviewmarathon den schreibenden heimischen Reportern seine Aufwartung. Irgendwann wird mehr im Small-Talk-Ton geblödelt, was dem Salzburger sichtlich behagt. Nach einer Weile sagt der frischgebackene Riesentorlauf-Olympiasieger: „Wenn’s das war, würde ich jetzt gerne gehen. Hab’ nämlich noch einiges zu tun. Okay?“

Er sagt’s höflich, aber bestimmt. Typisch Hirscher. Ein großer Champion auch in seinem Auftreten.

VN-Redakteur Klaus Hämmerle berichtet aus Pyeongchang.