Masern-Erkrankung endete für 35 Menschen in Europa tödlich

Welt / 19.02.2018 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kopenhagen In Europa sind nach einer Bilanz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im vergangenen Jahr 35 Menschen an Masern gestorben. Mehr als 21.000 hätten sich mit dem Virus angesteckt, etwa vier Mal so viele wie im Jahr zuvor, teilte das WHO-Europabüro am Montag in Kopenhagen mit. „Das ist eine Tragödie, die wir einfach nicht akzeptieren können“, sagt Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab. Die Masern seien zurück in Europa. Größere Ausbrüche mit hundert oder mehr Erkrankten habe es in 15 der 53 Länder in der Region gegeben. Besonders betroffen waren Rumänien mit mehr als 5500 gemeldeten Fällen, Italien (rund 5000) und die Ukraine (rund 4800). In Österreich wurden vergangenes Jahr 95 Masern-Erkrankungen registriert, zwei davon in Vorarlberg. Grund für die steigenden Zahlen sei vor allem die zurückgehende Impfquote, hieß es von der WHO. Teilweise sei auch kein Impfstoff verfügbar gewesen.

Die Masern sind mit rund 17 weiteren Übertragungen pro einer Infektion extrem ansteckend. Eine gefürchtete Folge ist eine Gehirnentzündung, die Masern-Enzephalitis, die tödlich oder mit bleibenden Schäden enden kann. Als Spätfolge einer Maserninfektion kann sich außerdem nach Jahren eine sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ausbilden, eine Entzündung der Nervenzellen des Gehirns und des Rückenmarks. Sie führt zum Ausfall von Gehirnfunktionen und schließlich zum Tod – Heilungsmöglichkeiten gibt es dafür bisher keine.