Der Waffen-Protest wächst

Welt / 20.02.2018 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jugendliche legten sich auf den Boden, um an die Toten zu erinnern. REUTERS
Jugendliche legten sich auf den Boden, um an die Toten zu erinnern. REUTERS

Auch vor dem Weißen Haus machen Jugendliche ihrem Unmut Luft.

Washington Die Proteste gegen die lockeren Waffengesetze in den USA gehen weiter. Vor dem Weißen Haus legten sich Jugendliche am Montagabend (Ortszeit) auf den Boden, um an die Toten durch Waffengewalt an Schulen zu erinnern. Organisiert wurde der Protest von einer Gruppe namens Teens for Gun Reforms. Sie wurde von mehreren Hundert Demonstranten unterstützt. Für den 24. März kündigten Waffengegner eine große Protestveranstaltung in Washington an.

Das Massaker an einer Schule in Florida mit 17 Toten hat eine landesweite Welle des Protests ausgelöst und die Debatte über die US-Waffengesetze neu entfacht. Medien zufolge hatte der 19-jährige Nikolas Cruz seine Waffe legal erworben. Bereits am Wochenende prangerten Überlebende des Massakers den Waffen-Lobbyismus in den USA an und demonstrierten für striktere Gesetze.

Vom Präsidenten kommen unterdessen erste Signale an die Kritiker: Donald Trump will nach Angaben des Weißen Hauses eine bessere Überprüfung potenzieller Waffenkäufer unterstützen. Er habe am Freitag mit dem republikanischen Senator John Cornyn über einen entsprechenden Gesetzentwurf gesprochen, sagte Trump-Sprecherin Sarah Sanders. Die Diskussionen liefen noch und Änderungen an dem Entwurf würden in Erwägung gezogen. Aber: „Der Präsident unterstützt Bemühungen, das Überprüfungssystem auf Bundesebene zu verbessern.“

Trump hat sich bislang nicht zu den Demonstrationen geäußert. Der Gesetzentwurf, für den das Weiße Haus nun Unterstützung signalisierte, würde aber nur minimale Änderungen bedeuten. Er soll sicherstellen, dass Behörden die erforderlichen Informationen in eine Datenbank für Hintergrundüberprüfungen einspeisen. Für Behörden, die das nicht tun, sind Strafen vorgesehen. Auch nach anderen schweren Bluttaten im vergangenen Jahr hatte es Forderungen gegeben, die Waffengesetze zu verschärfen. Bemühungen verliefen aber im Nichts. Trump ist ein erklärter Unterstützer der mächtigen Waffenlobby NRA. Unter ihm schaffte der Kongress eine Waffenregulierung der Vorgängerregierung wieder ab. Damit können auch psychisch Kranke wieder Waffen besitzen.