Raibas am See fusionieren

Markt / 20.02.2018 • 22:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
asdfasdf???
asdf
asdf???

Grünes Licht für den nächsten Zusammenschluss im Raiffeisensektor.

Hard, Lochau Der Bankensektor ist von der Disruption besonders stark betroffen. Seit mehreren Jahren führt das zu einer Straffung der Filialnetze und zu Zusammenschlüssen, was vor allem von älteren Kunden nicht immer goutiert wird. Naturgemäß am häufigsten im Reich von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, denn dank der vielen örtlichen Genossenschaften ist die Bank in praktisch jeder Gemeinde vertreten. Oder besser ausgedrückt: Sie war in jedem Ort vertreten, mit allem Drum und Dran – dem Personal im Kassenraum, dem Backoffice und dem Vorstand, Immobilien und in fernerer Vergangenheit mit jeweils einem Lagerhaus. Statt Lagerhäusern gibt es inzwischen Baywa-Märkte, und etliche Raiffeisengenossenschaften haben sich inzwischen zusammengetan. Am Bodensee beispielsweise bereits vor 17 Jahren.

Weitere Konzentration

Nun erfolgt ein weiterer Schritt zur Konzentration. „Die Aufsichtsräte der beiden großen Genossenschaftsbanken Leiblachtal und Bodensee wollen die Zukunft gemeinsam gestalten und mit vereinten Kräften für den Erfolg einer leistungsstarken, regionalen Raiffeisenbank arbeiten“, heißt es im offiziellen Communiqué zum geplanten Zusammenschluss. Das wurde bei den in den vergangenen Tagen bei Aufsichtsratssitzungen der beiden Genossenschaften beschlossen. Aufsichtsräte und Vorstände beider Banken seien überzeugt, so versichert Raiba-Bodensee-Vorstand Norbert Baschnegger im Gespräch mit den VN, dass „mit dem geplanten Zusammenschluss eine neue, zukunftsfähige Genossenschaftsbank in einer starken Region entstehen wird.“ Wesentlicher Faktor der gemeinsamen Arbeit sei der Erhalt der regionalen Selbstständigkeit. „Wir sind mit der angestrebten Struktur als Genossenschaft noch greifbar. Als Bank vor Ort werden wir die Beratungs- und Entscheidungskompetenz in der Region erhalten“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Raiba Leiblachtal, Wilhelm Köb. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Raiffeisenbank am Bodensee, den Lauteracher Bürgermeister Elmar Rhomberg, ist die gute Bankstellenstruktur wichtiger Bestandteil des zukünftigen Geschäftsmodells. „Wir bleiben mit den bestehenden Bankstellen auch in den kleineren Orten unseres Marktgebiets präsent“, zerstreut er vorerst die Angst vor Filialschließungen.

Neue Möglichkeiten

Die Firmenkundenvorstände Gustav Kathrein und Norbert Baschnegger sehen zusätzliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Kunden im Gewerbe und der Industrie. Mit der gewonnenen Größe, die neue Raiffeisenbank, deren endgültiger Name wohl erst in den kommenden Sitzungen festgelegt wird, öffnen sich auch Türen für weitere Geschäftsbeziehungen. „Sie können sicher sein, dass wir auch in Zukunft unsere Kunden und Mitglieder in den Mittelpunkt stellen“, versichern die beiden Privatkundenvorstände Gernot Uecker­ und Hubert Gieselbrecht.

Für die Mitarbeiter bleibt vorerst alles beim Gewohnten. „Unsere Bank bleibt weiterhin ein sicherer Arbeitgeber“, kalmiert Risikovorstand Walter Sternath. Das weitere Prozedere der Fusion wird noch zu einigen Diskussionen führen – es geht um Zuständigkeiten und Positionen und natürlich die Frage, wo der Hauptsitz sein soll. Das sollte spätestens bis zum Sommer klar sein, denn dann werden die Vorschläge in den jeweiligen Generalversammlungen zur Abstimmung gebracht. VN-sca

Wird der neue Hauptsitz der bald zusammengeschlossenen Banken in Hard sein? Eine der zu klärenden Fragen. RAB
Wird der neue Hauptsitz der bald zusammengeschlossenen Banken in Hard sein? Eine der zu klärenden Fragen. RAB

Raiffeisen-Fusion

Neue Partner Raiffeisenbank am Bodensee, Raiffeisenbank Leiblachtal

Mitarbeiter zusammen 120

Bankstellen 6 (Bodensee), 3 (Leiblachtal)

Aufsichtratsvorsitzende Bgm. Elmar Rhomberg (Bodensee), Wilhelm Köb (Leiblachtal)

Zeitplan Generalversammlungen Juni, Juli 2018