Ein junger Einbrecher, Lkw-Dieb und Betrüger

Vorarlberg / 21.02.2018 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für sein Alter hat der Angeklagte schon recht viel auf dem Kerbholz.VN/sohm
Für sein Alter hat der Angeklagte schon recht viel auf dem Kerbholz.VN/sohm

Fünf Monate Gefängnis für sechs Wochen auf krummer Tour.

Feldkirch 18 Jahre jung, schlimme Kindheit, arbeitslos und 38.000 Euro Schulden, resultierend aus Strafen der Bezirkshauptmannschaft, immer wieder wegen des unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen. Der junge Mann ist deswegen schon einmal verurteilt worden. Doch die Verlockung der illegalen Fortbewegung auf vier Rädern hat es ihm wohl zu sehr angetan.

Vom 25. November 2017 bis zum 6. Jänner des heurigen Jahres konnte es sich der Unterländer schon wieder nicht verkneifen: Einmal brach er in ein Büro ein, entwendete dort einen Fahrzeugschlüssel und nahm damit einen Klein-Lkw in Betrieb. „Es war drei Uhr in der Nacht, ich war betrunken und musste ja irgendwie nach Hause kommen“, begründet er Einbruch und Diebstahl beim Prozess am Landesgericht Feldkirch gegenüber Richter Richard Gschwenter.

„Pkw verschleppt“

Betrugsvorwürfe hat der 18-Jährige am Hals, weil er in mehreren Fällen Personen zum Verkauf ihrer Autos verleitet hatte, ohne jedoch den Preis dafür zu berappen. Erst gar nicht auf einen Kauf aus gewesen war der Angeklagte bei einem Autohändler, auf dessen Areal er laut Anklage bei vier geparkten Fahrzeugen die Scheiben eingeschlagen haben soll. Einen der Pkw hatte er laut der Zeugenaussage des geschädigten Autohändlers in den Bregenzerwald verschleppt, einen anderen mithilfe eines Schraubenziehers in Gang zu bringen versucht. Dann kommen laut Staatsanwaltschaft noch Dinge wie die Entwendung von Kennzeichen, eine zerkratzte Beifahrertür und ein durchstochener Reifen ins Spiel, die auf das Konto des Beschuldigten gehen. Dieser bekennt sich aber nur teilweise oder auch nicht schuldig.

Da spricht ihm Richter Gschwenter laut und deutlich ins Gewissen: „Ich lese Ihnen da mal was vor. Als die Polizei Sie einmal fragte, ob Ihnen denn auch bewusst sei, dass Sie mit ihren unbefugten Fahrten Personen verletzen oder sogar töten können, habe Sie das überhaupt nicht interessiert. Sie hätten sogar gesagt, die Opfer hätten dann eben Pech gehabt und es sei Schicksal. Ich glaube, Sie sch… sich einfach gar nichts!“

Damit konfrontiert, reagiert der Angesprochene lakonisch und sagt etwas von „Ich werde neu anfangen und arbeiten gehen.“

Der 18-Jährige wird im Sinne der Anklage schuldig gesprochen. Er hat demnach die Vergehen des Diebstahls durch Einbruch, des Betrugs, der Urkundenunterdrückung und der Sachbeschädigung begangen und muss für fünf Monate ins Gefängnis. VN-GS