Funkentradition

Leserbriefe / 21.02.2018 • 18:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Funkensonntag! Wie sehr habe ich mich früher darauf gefreut: Die faszinierende Kraft des Feuers, das sich nach und nach des Turmes bemächtigte und dabei einen Funkenregen in die Luft schickte, vor dem das Publikum zurückwich. Dann der Moment, an dem das Feuer die Hexe erfasste und das bange Warten auf den Knall. Da waren die feinen Funkaküachle nur noch nettes Beiwerk. Heute genügt das anscheinend als Attraktion nicht mehr. Da muss noch ein Feuerwerk her, das dem an Silvester zur Ehre gereicht. Wie symptomatisch für eine Zeit, in der man sich mit nichts zufrieden gibt, es immer noch Luft nach oben gibt. Da werden Feste und Bräuche verwässert, kommerzialisiert und entzaubert. Zugegeben, ich bin kein großer Fan von Feuerwerken, aber an Silvester passt es. Das neue Jahr will gebührend begrüßt werden. Was ein pompöses Feuerwerk aber am ersten Wochenende der Fastenzeit zu suchen hat, erschließt sich mir nicht. Ich möchte die Arbeit der Funkenzünfte nicht generell kritisieren, im Gegenteil: Ich finde sie sehr wertvoll. Aber die Verunglimpfung des Funkenbrauchs durch Raketen stört mich schon seit Jahren. Das einzig Gute am Funkenwochenende ist für mich die Ruhe danach.

Anna Stenek,

Maisacker, Weiler