Südkorea feiert seine Knoblauch-Girls

Sport / 21.02.2018 • 19:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die vier Kims haben die Herzen des Publikums im Sturm erobert. Reuters
Die vier Kims haben die Herzen des Publikums im Sturm erobert. Reuters

Vier Kims stehen überraschend im Curling-Halbfinale.

Curling Südkoreas „Knoblauch-Mädchen“ machen Curling im Land des Olympia-Gastgebers zum unverhofften Renner der Winterspiele. Mit ihrer Siegesserie und dem unerwarteten Einzug ins Halbfinale des Frauen-Turniers haben die vier Kims die Herzen des Publikums erobert und sich den Respekt der versammelten Weltelite verschafft. Dabei war Curling in Südkorea vor nicht allzu langer Zeit noch weithin unbekannt. Nun greift das Team um Skip Kim Eun Jeong, die Schwestern Kim Kyeong Ae und Kim Yeong Mi sowie Kim Seon Yeong sogar nach einer Medaille.

Auch in den ausländischen Medien wird das „Team Kim“, zu dem auch noch Ersatzspielerin Kim Sho Hee gehört, bereits gefeiert. In der Heimat taufte sie die Zeitung „JoongAng Ilbo“ nach den ersten Siegen „Curling Queens“. Die eigenen Fans indes nennen die Frauen liebevoll die „Garlic Girls“ (Knoblauch-Mädchen). Alle vier haben die gleiche Oberschule in Uiseong in der östlichen Provinz Nord-Gyeongsan besucht. Der Ort ist für seine Knoblauch-Produktion bekannt – daher der Name. Ein Lehrer habe die Idee gehabt, eine Curling-Mannschaft aufzustellen, weil es sonst nach der Schule nicht viel tun gab für die Schüler, berichteten südkoreanische Medien.

Lob gab es nach dem 9:6 gegen das Team der USA am Dienstag von der gegnerischen Mannschaft. „Sie sind sehr robust“, urteilte die amerikanische Spielerin Nina Roth über die Koreanerinnen. Sie liebten es, „viele Steine im Spiel“ zu haben, so dass sie Druck auf die anderen Teams ausüben könnten. Und die südkoreanische Spielerin Kim Seon Yeong versprach: „Wir werden weiter Geschichte schreiben in den restlichen Spielen.“

Im Halbfinale treffen die Kims am Freitag auf Japan, Schweden fordert Großbritannien.