Bronze ist wieder futsch

Sport / 22.02.2018 • 19:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Alexander Kruschelnizki wurde von den Winterspielen ausgeschlossen.Reuters
Alexander Kruschelnizki wurde von den Winterspielen ausgeschlossen.Reuters

Nach Dopingfall erben norwegische Curler Medaille.

Doping Der Dopingfall ist offiziell, Curling-Bronze so gut wie futsch – und dennoch darf sich Russland Hoffnung auf den Einmarsch unter eigener Flagge bei der Abschlussfeier der Winterspiele am Sonntag machen. Einiges deutet darauf hin, dass es zum Deal mit IOC-Präsident Thomas Bach gekommen ist.

Zunächst aber setzte es die erwartete Klatsche vor dem CAS. Der Internationale Sportgerichtshof machte den Dopingfall von Curler Alexander Kruschelnizki offiziell. Das Ad-Hoc-Gericht bestätigte, dass der 25-Jährige auch in der B-Probe positiv auf das verbotene Herzmittel Meldonium getestet worden ist. Kruschelnizki hatte mit seiner Ehefrau Anastassija Brysgalowa für die „Olympischen Athleten aus Russland“ im Mixed-Curling Bronze gewonnen. Das Paar wurde disqualifiziert. Die endgültige Neuverteilung der Medaillen liegt in der Verantwortung des Internationalen Olympischen Komitees und des Curling-Weltverbandes, ist aber wohl nur noch eine Formalie. Die viertplatzierten Kristin Skaslien und Magnus Nedregotten dürfen sich auf Bronze freuen. Kruschelnizki hat noch die Möglichkeit, innerhalb drei Wochen Einspruch einzulegen. Doch er hatte schon im Vorfeld der Entscheidung erklärt, dass er diese akzeptieren würde. Trotz der Rückkehr an die Dopingfront ist für Russland der Traum von der Rehabilitierung noch nicht ausgeträumt. Das IOC hatte bei der Suspendierung des russischen NOK wegen des Dopingskandals 2014 in Sotschi auch verfügt, dass die „Olympischen Athleten aus Russland“ (OAR) zur Abschlussfeier in Pyeongchang wieder unter russischer Fahne einmarschieren könnten. Mehrere Anzeichen sprechen nun dafür, dass es auch so kommen wird. Zum einen das auffällig ruhige Verhalten der Russen, die das Ergebnis der Dopingprobe anstandslos akzeptierten. Zum anderen ein Treffen von IOC-Präsident Thomas Bach in Pyeongchang mit Igor Lewitin, dem Vizepräsidenten des Nationalen Olympischen Komitees Russlands. IOC-Sprecher Mark Adams wies aber alle Gerüchte zurück, wonach es Absprachen zwischen Bach und dem Putin-Vertrauen über eine gemeinsame Strategie gegeben haben könnte. Als ein weiteres Anzeichen wird gewertet, dass Russland die für die Sotschi-Sünden fällige Strafe von 15 Millionen Dollar in den letzten Tagen offenbar an das IOC überwiesen hat. Adams wollte den Eingang des Geldes allerdings nicht bestätigen.