Temperamentvolle Sopranistin

Vorarlberg / 22.02.2018 • 17:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Musik führte Maria Ponsati Romero nach Vorarlberg. Heute Abend ist die Sopranistin gemeinsam mit ihrem Mann Samuel Scott in der Remise Bludenz zu hören.  BI
Die Musik führte Maria Ponsati Romero nach Vorarlberg. Heute Abend ist die Sopranistin gemeinsam mit ihrem Mann Samuel Scott in der Remise Bludenz zu hören.  BI

Katalanin Maria Ponsati Romero ist Gesangslehrerin, Stimmbildnerin, Chorleiterin und Sängerin.

BLUDENZ „Ich liebe Musik und ich liebe all die unendlichen Möglichkeiten, die die Stimme bietet“, schwärmt die Sopranistin Maria Ponsati Romero. Sie wurde in der Nähe von Barcelona geboren und entstammt einer Musikerfamilie. Die ganze Familie habe gesungen, jeden Tag, auch die Mutter und die Großmutter. Der Vater sang ebenfalls und sorgte gleichzeitig für die Begleitung auf der Gitarre. In ihrer Familie diente Musik als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. Es wurden vor allem Lieder und Volksmusik gesungen und diese auch zum Teil selber komponiert. Ihre ersten Lieder widmete Maria Ponsati ihren Hunden und ihrem Spielzeug.

Musikbegeisterung

Ihre Musikbegeisterung führte dazu, dass sie sich bereits mit sieben Jahren zum Musikunterricht angemeldet hat – ohne das Wissen ihrer Eltern. Erst als sie von der Schule nach Hause kam, erzählte sie ihrer Mutter davon. So besuchte sie einen Chor, lernte Solfeggio und nahm Klavierunterricht. Dies führte in der Folge dazu, dass sie ein Studium in Schulmusik an der Universität Girona absolvierte. Es folgte ein Bachelor in Gesang im Conservatori del Liceu in Barcelona sowie ein Master in Oper an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau. Außerdem absolvierte sie eine Zusatzausbildung im Liedbereich am Koningklijk Konservatorium in Brüssel. Ihre Ausbildungen waren vorwiegend auf den klassischen Bereich ausgelegt, aber auch andere Stilrichtungen sind für sie sehr interessant, wie sie selber sagt.

Bei ihrem Studium lernte sie auch ihren Mann Samuel Scott, einen spanischen Pianisten, kennen. Mit ihm unternahm sie Konzertreisen, die die beiden nach Deutschland, Frankreich, in die Schweiz und Ukraine sowie nach Österreich führten. Während eines gemeinsamen Studienaufenthaltes in Freiburg wurde ihm eine Stelle an der Musikschule Walgau angeboten, was die beiden zu einem Umzug nach Nenzing veranlasste. Seit einem halben Jahr leben und unterrichten die beiden mittlerweile hier. Maria Ponsati ist von der Vorarlberger Landschaft und den Menschen begeistert. Sie erlebe sehr viel Entgegenkommen und Offenheit.

Inzwischen hat sich Ponsati aufgrund ihrer hervorragenden Kenntnisse bereits etabliert: So leitet sie an der Musikschule Walgau einen Kinderchor und zudem einen Chor für Erwachsene und Jugendliche, der kürzlich gestartet ist. Des Weiteren unterrichtet sie Stimmbildung und Gesang, sowohl an der Musikschule Walgau als auch an der Musikschule „Tonart“ in Hohenems und neuerdings auch an der Volkshochschule Bludenz.

Gesang habe sie nicht nur beruflich als eine Herausforderung gesehen, es sei auch immer eine persönliche Weiterentwicklung gewesen. Sie habe durch die intensive Auseinandersetzung mit der Musik ihre persönlichen Stärken und Schwächen erkannt und vielfach Hürden überwinden gelernt. „Wir Spanier haben ein ganz anderes Temperament und dadurch eine unterschiedliche Herangehensweise an die Musik als die Menschen hier in Vorarlberg. Singen erfüllt bei uns den ganzen Körper – und ist somit ein Ausdruck unserer Lebensfreude“, betont sie. Über die Musik entsteht eine Verbindung mit dem eigenen Körper, das ist ein Aspekt, den die temperamentvolle Spanierin in ihren Stimmbildungskursen gerne weitergeben möchte. BI