Theaterstück als Plädoyer für mehr Toleranz

Vorarlberg / 22.02.2018 • 17:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Yener Polat, Obmann des Vereins „Motif“ mit Gudrun Angerer und Diinc Soyalp. BI
Yener Polat, Obmann des Vereins „Motif“ mit Gudrun Angerer und Diinc Soyalp. BI

Interkultureller Verein „Motif“ Verein präsentierte Stück in Bludenz.

BLUDENZ „Wir sind ein Amateurtheater mit professioneller Regie, Licht- und Bühnentechnik. Unsere Schauspieler kommen aus ganz Vorarlberg und aus Liechtenstein. Alle sind mit Herz und Seele dabei“, sagte Yener Polat, Obmann des interkulturellen Vereins „Motif“ anlässlich der Aufführung von „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ vergangenen Sonntag in der Remise in Bludenz. Das Theaterstück wurde nach dem Buch von Éric-Emmanuel Schmitt adaptiert. Ein halbes Jahr lang wurde intensiv für die Aufführung geprobt, wie Ezgi Galeli, die das erste Mal an einer Produktion mitwirkte, erzählte.

Die Begeisterung der Schauspieler für ihren Bühnenauftritt war auch zu spüren. Gleich zu Beginn wurde mit Musik von Edith Piaf dem Publikum ein französisches Flair vermittelt. Das Bühnenbild war bewusst relativ schlicht gehalten, der Fokus lag auf den Schauspielern. Inhaltlich ging es um den Jungen Momo, der allein mit seinem Vater in einer Wohnung lebt und es nicht leicht hat. Glücklicherweise betreibt Monsieur Ibrahim vis-à-vis ein Lebensmittelgeschäft und versorgt Momo mit Nahrung, Klugheit und Lebenslust. Als der Vater aus Momos Leben verschwindet, machen sich Ibrahim und Momo auf eine gemeinsame Reise, in der sie auch persönliche Grenzen überwinden.

Akzeptanz und Wertschätzung

Mit „Monsieur Ibrahim“ wollte der Verein „Motif“ ein Zeichen für mehr Toleranz und Offenheit setzen. Das Stück zeigt Religion als einen Ort für Akzeptanz und gegenseitige Wertschätzung. Monsieur Ibrahim, der seine Religion aktiv lebt, geht dabei als gutes Beispiel voran und verändert mit seiner Lebensweise auch das Leben seiner Mitmenschen ins Positive.

Die Remise war bis auf den letzten Platz gefüllt. Amira Alic, eine Stimme aus dem Publikum, sagte: „Das Stück hat meine Seele berührt. Mir kamen die Tränen.“ Auch Gudrun Angerer fand die Aufführung sehr bewegend: „‘Monsieur Ibrahim‘ ist ansprechend und absolut zeitgemäß. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Religionshintergründen zu thematisieren.“ Veronika Ritter war von den Sufi-Tänzern begeistert. Ihr Mann Peter Ritter war ebenfalls beeindruckt: „Eine tolle Leistung des gesamten Ensembles! Sehr sympathisch! Es tut Bludenz gut, dass die unterschiedlichen Kulturkreise mehr miteinander zu tun haben.“ Belgin Dogan hatte zuvor schon das Buch gelesen und den Film gesehen, dennoch fand sie die Aufführung ausgesprochen gut gelungen: „Das Thema Toleranz ist und bleibt wichtig!“ BI

„Motif“ auf der Bühne mit Tanz der Sufis im Vordergrund.
„Motif“ auf der Bühne mit Tanz der Sufis im Vordergrund.