„Wir brauchen uns nicht zu schämen“

Sport / 23.02.2018 • 19:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Simon Eder feierte gestern seinen 35. Geburtstag. Eine Medaille gab es für ihn und seine Teamkollegen zwar nicht, dafür einen achtbaren vierten Platz.Reuters
Simon Eder feierte gestern seinen 35. Geburtstag. Eine Medaille gab es für ihn und seine Teamkollegen zwar nicht, dafür einen achtbaren vierten Platz.Reuters

Österreichs Biathlon-Staffel erreichte achtbaren vierten Platz.

Biathlon Geknickt tauchte Julian Eberhard in der Pressezone auf, um über sein Staffelrennen (4 x 7,5 km) zu bilanzieren: „Ich muss die Verantwortung übernehmen“, meinte der Salzburger, nachdem er zuvor am Schießstand wohl auch wegen des böigen Winds mehrmals nachladen und in die Strafrunde musste.

Seine Laufstärke hielt Österreich (+ 2:52,5 Minuten, zwei Strafrunden/elf Nachlader) dennoch auf Platz vier, das sollte auch Dominik Landertinger mit solider Leistung nicht ändern können.

Zwar riskierte der 29-Jährige im abschließenden Schießen noch einmal alles, zumal sein deutsches Gegenüber Simon Schempp in die Strafrunde musste, aber es sollte sich nicht mehr ausgehen. „Wir gewinnen als Team, wir verlieren als Team. Für Platz vier brauchen wir uns nicht zu schämen“, meinte der Hochfilzner. Eberhards Landsmann Simon Eder unterstrich das: „Kein Vorwurf an Julian, so etwas passiert.“ Keine Rede davon, dass man erstmals nach Olympia 2010 (Silber) und 2014 (Bronze) leer ausging.

Königlicher Besuch

Es war ein verrücktes Rennen, das erstmals in der Biathlon-Geschichte und zudem vor den Augen ihres Königs Carl Gustav die Schweden (sieben Nachlader) für sich entscheiden sollten: klar vor Norwegen (+ 55,5, eine Strafrunde/zwölf Nachlader), klar vor Deutschland (2:07,1, 3/10), das ebenfalls am Schießstand seine liebe Not hatte. Das galt für andere Nationen umso mehr, allein Frankreich mit Superstar Martin Fourcade (5. Platz/+ 3:26,6 Min., 3/12) litt auch unter den widrigen Windbedingungen. Ob das Rennen an der Grenze der Regularität war, wollte Julian Eberhard nicht beurteilen. Dominik Landertinger sprach sich jedenfalls klar dagegen aus: „Wenn wir bei solchen Verhältnissen absagen, dann haben wir höchstens zehn Rennen im Jahr. Wir sind ein Outdoor-Sport, das gilt es zu akzeptieren.“

Die Bilanz für Österreich fiel gemischt aus, die zweite Medaille hing vor den Augen der Schützlinge von Reinhard Gösweiner. Und doch blieb es bei der Bronzemedaille von Landertinger, der bereits mit einem Auge Richtung Olympischer Winterspiele in Peking (2022) schielt: „Da möchte ich dabei sein.“

Geburtstagskind

So weit wollte Simon Eder am Tag seines 35. Geburtstags nicht vorausblicken, zwei Jahre hängt der Salzburger zumindest an. Und noch stehen ja drei Weltcup-Rennen aus, bei denen nicht zuletzt Julian Eberhard wieder seine Stärke demonstrieren will: „Mit zwei vierten Plätzen und einem sechsten kann man nicht unzufrieden sein, die Form stimmt.“ Da loderte schon wieder das Wettkampffeuer in seinen Augen. F. Madl

„Wenn wir bei solchen Verhältnissen absagen, haben wir höchstens zehn Rennen im Jahr.“

Julian Eberhard musste wohl auch wegen des böigen Windes mehrmals nachladen und in die Strafrunde.Reuters
Julian Eberhard musste wohl auch wegen des böigen Windes mehrmals nachladen und in die Strafrunde.Reuters