Missbrauch der

Leserbriefe / 25.02.2018 • 19:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Mathematik

Zum VN-Bericht „Wartezeit lässt Kosten steigen“, vom 23. Februar:

Ja, wenn etwas später gebaut wird, ist es teurer. Mit der Inflation steigen aber auch die Steuereinnahmen in etwa derselben Höhe. Somit ist es für die öffentliche Hand nahezu kostenneutral, wenn sich ein Genehmigungsverfahren länger hinzieht. Nicht nachvollziehbar ist, wenn der Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser eine Kostensteigerung von 3,5 Prozent pro Jahr, also 1,5 Prozent über der prognostizierten Inflation anführt (2018: 2 % laut Statistik Austria und WIFO). Aus dem Fenster hinausgeworfene Millionenbeträge sollen wohl den Sparnerv der Vorarlberger treffen, um für den Bau des Tunnels Stimmung zu machen. Die Verwaltung muss sich mit der Umweltverträglichkeit genauer auseinandersetzen und das sollten wir uns in einer Demokratie auch leisten. Dies macht höchstens einen Zehntelprozentsatz aus. Bitte künftig keine Milchmädchenrechnungen von Politikern ohne Faktencheck abdrucken! Wenn das Land tatsächlich sparen möchte, gibt es eine klare Variante: keinen Tunnel mit Kreisverkehr bauen, das kostet 250 Millionen weniger. Wir dürfen gespannt sein, ob sich das Bundesverwaltungsgericht für die Klimaziele oder für die Baulobby entscheidet. Denn wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Doch der ist der größte Verursacher von Treibhausgasen im Ländle (vol.at vom 9.6.2015). Die Politik kann mit Investitionen lenken, aber bitte in eine Richtung, die unseren Planeten für die nächsten Generationen auch noch lebenswert erhält.

DI Dr. Roland Alton-Scheidl,

Badgasse, Dornbirn