Missverständnis um Studiengebühren

Leserbriefe / 25.02.2018 • 19:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 19. Februar 2018.
VN-Bericht vom 19. Februar 2018.

Ob Studiengebühren sozial gerecht wären, möchte ich als Student nicht beurteilen, allerdings ist es mir ein Anliegen, die häufig – zuletzt von Wissenschaftsminister Faßmann – wiederholte Behauptung, dass solche ein konsequenteres Studieren fördern würden, entkräften. In diesem Zusammenhang sind drei Kategorien von Studierenden sowie deren zu erwartende Verhaltensänderung zu untersuchen. Jene, die von ihren Eltern das Studium finanziert bekommen und bereits jetzt entschlossen studieren, werden dies mit oder ohne Studiengebühren tun. Bezieher von Studienbeihilfe sind jetzt schon dazu angehalten, zügig ihr Studium zu beenden, da ihnen ansonsten ihr Stipendium gestrichen wird, was auch richtig ist. Verbleibt noch die Gruppe der „verträumten“ Studenten, diejenigen, die an einer Universität inskribiert sind, auf Kosten ihrer Eltern leben, mehr oder weniger prüfungs(in)aktiv sind und zugleich den Ruf aller Studenten ruinieren. Zu glauben, dass Eltern, die diesen Menschen ein Leben in Saus und Braus mit jährlich weit mehr als 10.000 Euro finanzieren, dies wegen ein paar 100 Euro an Studiengebühren nicht mehr tun würden, erscheint mir doch wagemutig. Will man Universitäten von „gemütlichen“ Studenten befreien – was ich sehr begrüßen würde –, muss man andere Wege finden, als jene zu bestrafen, die akademische Leistungen vollbringen, auf welche dieses Land stolz sein sollte.

Lukas Brändle, Flurgasse, Götzis