Neue Flughafen-Mitarbeiterin

Welt / 25.02.2018 • 22:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch beantwortet Robo-Mädchen Josie den Reisenden ihre Fragen nur in Englisch. Darf sie nach der Testphase bleiben, lernt sie auch Deutsch. dpa
Noch beantwortet Robo-Mädchen Josie den Reisenden ihre Fragen nur in Englisch. Darf sie nach der Testphase bleiben, lernt sie auch Deutsch. dpa

In München steht seit kurzem Roboter Josie Reisenden für Fragen zur Seite.

München Ihr Name ist Josie Pepper. Seit rund einer Woche arbeitet die gebürtige Französin am Münchner Flughafen. Mit leuchtenden Kulleraugen und sympathischer Stimme beantwortet sie die Fragen der Reisenden – und lässt dabei auch gerne mal ihren Charme spielen. Doch Josie ist nicht eine der netten Damen, die an den Informationsschaltern sitzen. Sie ist ein Roboter, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz.

Sei es der Weg zum Gate, zu einem bestimmten Restaurant oder Informationen zum Abflug – vier Wochen lang beantwortet die 1,20 Meter große und 28 Kilogramm schwere Josie Pepper die Fragen der Passagiere. Es ist das erste Mal, dass an einem deutschen Flughafen ein humanoider Roboter mit künstlicher Intelligenz eingesetzt wird. Zuvor war der Robotertyp „Pepper“ bereits im Einzelhandel und auf Kreuzfahrtschiffen im Einsatz, um Fragen von Kunden und Gästen zu beantworten. Josie antwortet nicht in monotonen, vorgefertigten Sätzen. „Das Besondere an ihr ist, dass sie dazulernt“, sagt Projektleiterin Julia Schmidt. „Über WLAN ist der Rechner von Josie mit einer Cloud im Internet verbunden, in der sie dann die Fragen verarbeitet und interpretiert.“ Ist sie gerade nicht im Einsatz – sie hat eine reguläre 40-Stunden-Woche – wertet das Projektteam die Daten aus und verbessert Josies Kenntnisse und Fähigkeiten.

Je mehr also mit dem Roboter interagiert wird, desto mehr Verknüpfungen entstehen und desto präziser werden die Antworten. Was Josie lernt, wird von den Mitarbeitern täglich überprüft. „Die Gefahr ist natürlich groß, dass sie Dinge lernt, die für uns nicht relevant oder auch böse sind“, sagt Schmidt.Eine Einschränkung gibt es: Josie spricht nur Englisch – mit amerikanischem Akzent. „Die meisten Fluggäste sprechen einfach Englisch“, meint Schmidt. „Aber wenn wir uns nach der Testphase entscheiden, sie zu behalten, lernt sie auf jeden Fall Deutsch.“