Neuer Ort der Begegnung in Bregenz geschaffen

Vorarlberg / 25.02.2018 • 19:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In den neuen Räumlichkeiten in der Kaiser-Josef-Straße 3 hat der Verein Vindex auch eine Nähwerkstatt untergebracht. vindex
In den neuen Räumlichkeiten in der Kaiser-Josef-Straße 3 hat der Verein Vindex auch eine Nähwerkstatt untergebracht. vindex

Vindex hat eine interkulturelle Wirkstätte eingerichtet.

bregenz Einladend schön sind sie, die neuen Räumlichkeiten der Hilfsorganisation „Vindex – Schutz und Asyl“. Es gibt einen Empfangsraum, ein Café, eine Nähwerkstatt. „In erster Linie ist das hier ein Ort der Begegnung für Geflüchtete und Einheimische“, sagt Vindex-Geschäftsführerin Eva Fahlbusch. Die 58-jährige Sozialpädagogin hat den Verein, der geflüchtete Menschen berät und begleitet, im April 2013 gegründet.

Vindex hat sich an seinem Hauptsitz in der Römerstraße 12, gegenüber dem Landhaus, gut etabliert. „Durchschnittlich suchen pro Jahr über 400 Menschen aus 20 Ländern Rat zu ihren persönlichen Lebenslagen: in asylrelevanten Fragen, im Zusammenhang mit Familienzusammenführung, auf der Suche nach Arbeit oder weil sie psychosoziale Unterstützung brauchen“, informiert Fahlbusch.

Vor zwei Jahren entstand eine erste Nähgruppe. „Mit Hilfe von Annegret Senn von der Volkshilfe wurde eine Schneiderin gefunden, die Frauen mit Fluchthintergrund im Nähhandwerk qualifiziert“, erklärt Fahlbusch. Durch das wachsende Interesse der Frauen gibt es inzwischen drei Nähkurse. Bislang haben in der Römerstraße insgesamt zwölf verschiedene Kurse, interkulturelle Treffpunkte und die Beratung stattgefunden. Für all das ist es dort jedoch zu eng geworden. Vor allem wurde Platz für die Erweiterung der Nähwerkstatt benötigt.

Gemeinsam angepackt

Die passenden Räumlichkeiten in der Kaiser-Josef-Straße 3 fanden die Vereinsmitglieder Konrad Lerch und Dietmar Leissing im Oktober letzten Jahres. „Gemeinsam mit schutzsuchenden Menschen, die sich mit und für Vindex engagieren, wurde tatkräftig renoviert“, sagt Fahlbusch. „Da haben Iraker, Afghanen, Tschetschenen, Syrer, Deutsche und Österreicher gemeinsam gewerkt, viel miteinander geredet und viel gelacht. Das war in der Tat eine interkulturelle Renovierung.“

Dann wurden die Nähwerkstatt und das Treffpunkt-Café eingerichtet. „Außerdem gibt es hier auch eine Malwerkstatt, in der wir freie und therapeutische Angebote für Kinder und Erwachsene anbieten“, lässt die Vindex-Chefin wissen. „Künftig werden hier auch größere Informationsveranstaltungen zu verschiedensten Themen und interkulturelle Feste stattfinden.“ Geplant sind auch Musikabende, Kino, Diskussionen, Vorträge, Tanznachmittage und vieles mehr. Zusammengefasst will Vindex laut Fahlbusch „eine Wohlfühlzone anbieten, in der wir etwas über andere Kulturen erfahren“.

Das Land Vorarlberg, genauer gesagt das Ressort von Landesrat Erich Schwärzler, hat sich an den Renovierungskosten beteiligt und im vergangenen Jahr Integrationsprojekte des Vereins Vindex gefördert. VN-HRJ