Vor der Polizei ein „Männchen“ mit Bike

Vorarlberg / 25.02.2018 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Motorradfahrer fiel durch einen

Motorradfahrer fiel durch einen „Wheelie“ (Fahren auf dem Hinterrad) auf.

Verkehrsrowdy darf trotz Gesetzesverstößen Führerschein behalten.

Christiane Eckert

Feldkirch Dass mit dem 25-jährigen Oberländer die 90 Pferdestärken seiner KTM im Juni vergangenen Jahres durchgegangen sind, scheint festzustehen. Die von der Polizei beanstandete Aktion begann in Feldkirch an einer roten Ampel. Bei Grün gab der Lenker mit seiner hochmotorisierten Maschine Gas und fuhr knappe zehn Meter auf seinem Hinterrad. Sehr zum Missfallen einer zivilen Verkehrskontrolle der Polizei, die unverzüglich die Verfolgung aufnahm.

Mit Blaulicht, hochgeklappter Tafel „Stopp Polizei“ und Folgetonhorn fuhren die beiden Beamten dem Biker nach. Nach ihrer Ansicht fuhr der Biker mit überhöhter Geschwindigkeit. Schließlich bog der Motorradfahrer ohne zu blinken auf einen Parkplatz ab, wo ihn die Beamten schließlich zur Rede stellten. Der Angehaltene war um Erklärungen nicht verlegen, so habe er beispielsweise das Anhaltesignal der Polizei nicht wahrgenommen.

Erfolgreiche Beschwerde

Dem 25-Jährigen wurde von der Bezirkshauptmannschaft die Lenkberechtigung für die Dauer von sechs Monaten entzogen. Gegen diesen Bescheid erhob der Biker mit Hilfe von Rechtsanwalt Bernhard Ess eine erfolgreiche Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht Vorarlberg.

Dieses stellte schließlich fest, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers zwar schlüssig seien, doch Zweifel an deren Richtigkeit bestünden. Doch gegensätzliche Beweise gab es auch nicht. Schlussendlich war das Landesverwaltungsgericht der Ansicht, dass der Entzug der Lenkberechtigung zu Unrecht erfolgt war. Es hat der Beschwerde des Motorradfahrers stattgegeben und die Entscheidung damit begründet, dass keine gefährlichen Verhältnisse vorlagen und die Geschwindigkeitsübertretung nicht mit besonderer Rücksichtslosigkeit erfolgte. „Der Anzeigenleger war nicht in der Lage mitzuteilen, mit welcher Geschwindigkeit der Beschwerdeführer im Bereich des Schutzweges gefahren ist“, so das Erkenntnis weiter.

Die Beamten konnten mangels technischer Ausstattung und bedingt durch die Verkehrssituation die Geschwindigkeitsüberschreitung nicht nachweisen. Denn eine kontinuierliche Verfolgung ist bei Verkehrssündern nicht immer einfach. Ist eine besonders rücksichtslose Geschwindigkeitsüberschreitung nicht anhand technischer Messgeräte dokumentiert, wird es schwierig. Können die besonders gefährlichen Verhältnisse nicht nachgewiesen werden, darf der Führerschein nicht entzogen werden. Somit freute sich der Biker samt Anwalt Bernhard Ess, dass dem passionierten Zweiradfahrer seine Lenkberechtigung wieder ausgehändigt werden musste. Er hatte die Polizei, absichtlich oder nicht, erfolgreich abgeschüttelt.