Nach TBC 52 Tiere getötet

Vorarlberg / 26.02.2018 • 20:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wo sich die Rinder des Dornbirner Hofs angesteckt haben, ist noch unklar. Berchtold
Wo sich die Rinder des Dornbirner Hofs angesteckt haben, ist noch unklar. Berchtold

Ein Kind könnte sich angesteckt haben.

Dornbirn, Koblach Eigentlich wäre die diesjährige TBC-Bilanz sehr gut, sagt Landesveterinär Norbert Greber. So jedenfalls lautete sein Fazit am Samstag in den VN. 7400 Tiere aus dem sogenannten Kerngebiet getestet, nur ein einziger Schnelltest verlief positiv. Weitere Tests sollten Gewissheit bringen. Am Montag sah die Situation anders aus: Über 40 Tiere eines Milchbetriebs wurden gekeult. Und es kommt noch dicker: Gesundheitslandesrat Christian Bernhard bestätigte auf VN-Anfrage, dass bei einem Kind der Landwirte Verdacht auf TBC besteht – bisher allerdings unbestätigt.

Rückblick: Am 26. Jänner sollte ein Maststier des Hofs in Dornbirn geschlachtet werden, worauf die Alarmglocken schrillten: TBC-Verdacht. Darauf begann die Maschinerie zu laufen: Der Hof wurde gesperrt und der Bestand per Schnelltest untersucht. Bei elf Tieren stellten die Prüfer einen Verdacht fest, neun davon wurden bestätigt. Bei drei Tieren deutet alles auf offene TBC hin. Obwohl die anderen Tiere negativ getestet wurden, stand für die Verantwortlichen im Land fest: Das Beste wäre, den ganzen Bestand zu töten. Noch am Freitagabend trudelte das Okay aus Wien ein. Wie Norbert Greber auf VN-Anfrage bestätigt, wurden am Montag 19 Kühe und 24 Kälber gekeult. Inklusive jener Tiere, die zuvor diagnostisch getötet wurden, hat der Hof also in kürzester Zeit 52 Tiere verloren.

Den materiellen Wert des Viehbestands bekommt der Milchbetrieb vom Bund ersetzt, Kosten für die Reinigung und für das Desinfizieren übernimmt das Land. Anschließend kann der Betrieb seine Arbeit wieder aufnehmen. Laut Greber hat der betroffene Hof seine Milchkühe selbst gezüchtet, also keine Tiere an andere Höfe verkauft. Nun gehe es darum, herauszufinden, wo sich die Tiere angesteckt haben. Eine Spur führte ins Mellental im Bregenzerwald, die Kühe weideten dort den Sommer über auf der Alp. Greber gibt Entwarnung: „Wir haben alle Kontakttiere untersucht, alle Tests waren negativ.“

Auch aus dem Lechtal könnten die Tiere die Krankheit mitgebracht haben. Allerdings hatte der Bauer seine Kälber zuletzt 2009 oder 2010 dort auf der Alpe, wie Greber erläutert. Das ist also schon lange her. Aus den Regionen im Oberland, wo zuletzt TBC festgestellt wurde, hat der Landwirt nie Tiere gekauft, zudem hat er sie selbst dort nicht weiden lassen. Die Verantwortlichen rätseln, wie der TBC-Erreger nach Dornbirn kam.

Schwierige Suche

Um das herauszufinden, ist Laborarbeit gefragt. „Jetzt müssen wir zuerst einmal klären, um welchen Erreger es sich handelt“, erläutert Greber. Anschließend könne man den Unterstamm feststellen und sich so einem Heimatgebiet annähern. Es kann sich also noch dauern, bis die Herkunft geklärt ist.

Milchtrinker müssten sich allerdings keine Sorgen machen. Und zwar aus drei Gründen: Als TBC festgestellt wurde, wurden jegliche Milchlieferungen eingestellt. Außerdem müssen die Euter der Tiere von TBC befallen sein, dies wurde bei keinem der getesteten Tiere festgestellt. Und das Wichtigste: Milch wird pasteurisiert, womit die Erreger sowieso absterben.

Keine Entwarnung gibt es indes vom Kind der Landwirte, wie Christian Bernhard im Gespräch mit den VN erläutert. Er beruhigt allerdings: Es bestehe kein Grund zur Panik, die Krankheit sei gut behandelbar.