Geldtopf für Anstellungen leer

Vorarlberg / 27.02.2018 • 19:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die häusliche Betreuung und Pflege entlastet die Pflegeheime und kommt dem Wunsch vieler Betagter entgegen. dpa
Die häusliche Betreuung und Pflege entlastet die Pflegeheime und kommt dem Wunsch vieler Betagter entgegen. dpa

Auf der Suche nach Perspektiven für die mobilen Hilfsdienste.

Bregenz Sie ist da, die Sorge um den Weiterbestand der Mobilen Hilfsdienste (Mohi). „Wir müssen unbedingt dafür sorgen, dass dieses Angebot gestützt und erhalten werden kann.“ Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker will vermeiden, dieses Betreuungssystem auszuhöhlen und sich bei den Budgetverhandlungen für 2019 für den Ausbau von Anstellungen starkmachen. Mit dem Pauschalbetrag von 500.000 Euro für die Jahre 2016, 2017 und 2018 konnten bislang 53 Anstellungen von Mohi-Helferinnen finanziert werden, was 25 Vollzeitäquivalenten entspricht. Das war es jedoch bis auf Weiteres. „Im Moment geht nichts mehr“, bestätigt Simone Bemetz-Kochhafen, Geschäftsführerin der ARGE Mobile Hilfsdienste.

Im Spannungsfeld

Doch es wird, speziell für jüngere Frauen, wohl mehr kommen müssen. „Sie wollen sozialrechtlich abgesichert sein“, versteht Wiesflecker das Anliegen, für das auch sie mehr Geld möchte. Nun soll eine Erhebung bei den regionalen Case-Managerinnen den Bedarf an Mohi-Helferinnen sowie das mögliche Stundenausmaß klären helfen. Denn da ist auch noch die Konkurrenz durch die 24-Stunden-Betreuung. In der Nische zwischen Einzelstunden und 24-Stunden-Betreuung sieht Katharina Wiesflecker die besten Perspektiven für Mohi-Helferinnen.

Mohi-Helferinnen, von denen es rund 2000 gibt, haben drei Möglichkeiten, in diesem Betreuungsbereich tätig zu sein: als freie Dienstnehmerinnen, neue Selbständige oder als Angestellte. „Es gibt den Wunsch, alle drei Varianten zu belassen“, sagt die Soziallandesrätin. Das gilt vor allem für Frauen, die sich bereits in Pension befinden. Anders sieht die Sache bei jüngeren Frauen aus. Sie haben, wie Katharina Wiesflecker betont, ein legitimes Interesse daran, angestellt zu werden. Eine Fixanstellung passt ihrer Ansicht nach dort sehr gut, wo Frauen über mehrere Stunden am Tag einen Betreuungsdienst in der häuslichen Pflege leisten. Da brauche es Kontinuität. Diese Klienten wollen nicht, dass jedes Mal jemand anderer komme. Ein weiteres Problem: Mohi-Mitarbeiterinnen müssen, wollen sie angestellt werden, über eine Heimhilfeausbildung verfügen.

Nach der Ausbildung ins Heim

Das hat zur Folge, dass viele der Frauen nach ihrer Ausbildung in den Pflegeheimen bleiben, weil ihnen dort eine Anstellung sicher ist. „Keine gute Entwicklung“, befindet Wiesflecker und ergänzt: „Wir müssen ihnen Perspektiven bei den Mohis bieten.“ Simone Bemetz-Kochhafen bezeichnet die Beständigkeit einer Anstellung in diesem Zusammenhang als besonders wichtiges Kriterium. 2016 wurden fast 590.000 Einsatzstunden geleistet. Für 2017 wird mit einer kleinen Steigerung gerechnet.

Unterstützung für ihr Anliegen erhielt Katharina Wiesflecker jetzt vom Frauenpolitischen Forum. In der letzten Sitzung diskutierte das Forum die Situation der Mohi-Helferinnen und sprach sich dabei für zusätzliche Anstellungsverhältnisse aus, um die arbeits- und pensionsrechtliche Stellung der Frauen zu verbessern. An die Vertreterinnen im Sozialfonds ging das Ersuchen, entsprechende finanzielle Mittel vorzusehen. VN-MM