Vier Trassen in der engeren Wahl

Vorarlberg / 27.02.2018 • 17:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit dem Riedtag wird stets auf die Radwegesituation aufmerksam gemacht. Diese dürfte sich bald bessern.
Mit dem Riedtag wird stets auf die Radwegesituation aufmerksam gemacht. Diese dürfte sich bald bessern.

Planung eines Radwegs durchs Ried soll bis Herbst stehen.

Dornbirn, Lustenau In die Bemühungen um einen Radweg durch das Ried, das Lustenau und Dornbirn mit den Hofsteiggemeinden verbindet, kommt Bewegung. Wie das Land Vorarlberg jetzt bekannt gab, haben sich die Verantwortlichen auf vier mögliche Trassenführungen festgelegt. Welche von ihnen realisiert wird, soll bis Herbst feststehen.

Ein Blick zurück: Vor eineinhalb Jahren wandten sich die neun Rheintalgemeinden Lauterach, Lustenau, Hard, Höchst, Wolfurt, Fußach, Gaißau, Schwarzach und Dornbirn mit einer Petition an das Land mit dem Anliegen, eine Radverbindung durch das Ried zu schaffen. Wie die VN damals berichteten, trat federführend Lauterachs Bürgermeister Elmar Rhomberg für eine solche Trasse ein, auch Lustenaus Rathauschef Kurt Fischer beklagte die unbefriedigende Radwegeinfrastruktur zwischen der Marktgemeinde und dem Hofsteig.

Mittlerweile hat das Land die Idee aufgenommen und eine Planungsgruppe arbeitet seit einem guten Jahr an einer Lösung. Dabei galt es, sowohl den Naturschutz zu berücksichtigen – der Großteil des Rieds ist Natura-2000-Gebiet – als auch die Interessen von Landwirten, Jägern und Anrainern. Ziel ist es, vor allem Pendlern eine Alternative zum Autoverkehr und zu der für Radfahrer gefährlichen Riedstraße anzubieten.

In einer mehrstufigen Analyse wurden elf mögliche Routen durch das Lauteracher Ried identifiziert und auf ihre Wirkungen untersucht. Als Ergebnis dieser Analyse wurden nun sieben Routen aussortiert, weil sie mit der sensiblen Natursituation aber auch mit den Interessen der Landwirtschaft und anderer Nutzungen nicht vereinbar sind. Die verbleibenden Routen und Routen­abschnitte werden in den nächsten Monaten vertieft untersucht, heißt es aus dem Landhaus: Welche Routen nutzen den Radlern am meisten? Welche beeinträchtigen die Landwirtschaft am wenigsten? Vor allem aber: Welche Routen sind mit den Interessen des Naturschutzes am ehesten vereinbar? Mobilitätslandesrat Johannes Rauch ist optimistisch: „Gerade was den Ausgleich aller Interessen angeht, sind wir auf einem guten Weg.“

Verkehrspolitisches Ziel

Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, in der Landesregierung für den Verkehr zuständig, gibt sich zuversichtlich, dass sich mit diesem Lückenschluss im Landesradroutennetz der Autoverkehr ein Stück weit aufs Fahrrad umlegen lässt. „Eine Radroute durchs Lauteracher Ried ist ein wichtiger Beitrag zu den verkehrspolitischen Zielen des Landes“, gibt er an. Konkrete Ergebnisse werden für Herbst dieses Jahres erwartet.

„Gerade was den Ausgleich aller Interessen angeht, sind wir auf einem guten Weg.“