Nach Journalistenmord führt Spur zu Italiens Mafia

Welt / 28.02.2018 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Jan Kuciak und seine Verlobte sind in ihrem Haus erschossen worden. Ap
Jan Kuciak und seine Verlobte sind in ihrem Haus erschossen worden. Ap

Bratislava Hinter dem Doppelmord an einem slowakischen Aufdeckungsjournalisten und seiner Verlobten könnte nach Medienberichten ein Netzwerk der italienischen Mafia stecken. Die letzte Reportage des ermordeten Jan Kuciak sollte offensichtlich dieses komplizierte Netzwerk mit Verbindungen bis in höchste slowakische Regierungsstellen offenlegen. Den unvollständig gebliebenen Text veröffentlichten am Mittwochmorgen mehrere slowakische Medien in Zusammenarbeit mit dem Internetportal Aktuality.sk, für das Kuciak gearbeitet hatte. Vermutungen in diese Richtung hatte Anfang der Woche auch schon Tom Nicholson, der Investigativjournalist der Tageszeitung „Sme“, geäußert.

Nach Kuciaks Recherchen hatten sich mutmaßliche Mitglieder der kalabrischen ’Ndrangheta im Osten der Slowakei auf Steuerbetrug um fingierte Rechnungen sowie Betrügereien um EU-Förderungen spezialisiert. Sollten Kuciaks Recherchen stimmen, wäre es ihnen gelungen, Verbindungsleute bis direkt in das Büro des sozialdemokratischen Regierungschefs Robert Fico zu schleusen. Damit hätten sie Zugang zu geheimsten Staatsinformationen bekommen und wären auch bestens über geplante Sicherheitsmaßnahmen informiert gewesen.