Röthner Diskobetreiber droht Sperrstundenkürzung

VN / 27.02.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Thomas Krobath sieht sich mit einer Kürzung der Sperrstunden für seine Disko "Vabrik" in Röthis konfrontiert.
Thomas Krobath sieht sich mit einer Kürzung der Sperrstunden für seine Disko „Vabrik“ in Röthis konfrontiert.

Gemeinde Röthis will dem Rat von Polizei zur Sperrstundenkürzung für Nachtlokal Vabrik Folge leisten.

Röthis. Der eine sorgt sich um seine Existenz, den anderen geht es um die Sicherheit. Die Rede ist vom Thomas Krobath als Betreiber des früheren „K-Shake“ und der jetzigen Diskothek „Vabrik“ in Röthis. Während der Öffnungszeiten des Lokales, das an Samstagen im Rahmen einer Sunrise Session bis 7 Uhr geöffnet hält, halten die Nachtschwärmer die Polizei in Sulz offenbar ziemlich auf Trab: Raufereien mit schwerer Körperverletzung, Sexual-, Raub- sowie Suchtgiftdelikte sowie die Beschlagnahme von Springmessern über Totschläger bis hin zu Falschgeld und Diebstähle, Autoeinbrüche oder Vandalismus im Umfeld von zwei Kilometern. Damit sehen sich die zwölf Beamten der Polizeiinspektion Sulz konfrontiert. Und zwar gleich mehrfach. „Durchschnittlich werden wir pro Nacht zu zwei Einsätze gerufen. Die Situation im Bereich der Diskothek erfordert Maßnahmen. Dazu sind wir wegen der Häufung von 200 strafrechtlichen Delikten in dreizehn Monaten verpflichtet“, bestätigt Lothar Mathies als Kommandant der Polizeiinspektion im VN-Gespräch. Was den Beamten darüber hinaus schwer zu schaffen macht, ist die gestiegene Gewaltbereitschaft der Nachtschwärmer. Vor allem jene unter Tschetschenen, Türken und Kurden, betont Mathies. Deshalb ist der Polizeibeamte am 19. Februar bei den Gemeindevorständen in Sulz vorstellig geworden und hat ihnen Fakten verbunden mit einer Forderung nach einer Kürzung der Sperrstunde präsentiert. In der Gemeindestube zeigt man sich zutiefst erschüttert von diesen Fakten.

Ausnahmegenehmigung gestrichen

„Wir sind erschrocken, im Dorf haben wir vieles gar nicht mitbekommen“, betont Vizebürgermeisterin Renate Stadelmann, die momentan den an einer Grippe laborierenden Gemeindechef Roman Kopf vertritt. Thomas Krobath, der das Lokal betreibt, habe eine Ausnahmegenehmigung für eine Sperrstundenverlängerung an den Samstagen bis 5 Uhr früh erhalten. Aufgrund der Häufung der Vorkommnisse wurde nun im Gemeindevorstand beschlossen, die Genehmigung zurückzunehmen und Krobath die Öffnung des Lokals an Samstagen nur mehr bis 3 und an Freitagen wie gehabt bis 2 Uhr zu erlauben. „Wir wollen dem Herrn Krobath das Geschäft nicht vermiesen, können uns aber nur an die polizeilichen Fakten halten“, erklärt Stadelmann.

Krobath appelliert an LH Wallner

Die gekürzte Sperrstunde für die Sunrise Session, wie Thomas Krobath sein Angebot an die Nachtschwärmer an den Samstagen nennt, wäre eigentlich bereits am 1. April 2019 in Kraft getreten. Eigentlich deshalb, weil laut Vizebürgermeisterin noch in einem Gespräch mit Krobath eine Übergangslösung gefunden werden soll. Der Betreiber gibt sich allerdings nicht geschlagen. Für ihn scheint die Welt in seiner Disko in Ordnung. „Die Behauptung, dass die Gewaltbereitschaft gestiegen sein soll, teile ich nicht. Mein Klub in Röthis ist ein sicherer Ort, wir haben in allen Räumen Kameras installiert“, sagt Krobath, in dessen Lokal sich Freitags und Samstags in der Nacht „mindestens 500“ und bei Großevents bis zu 1000 Nachtschwärmer vergnügen. Krobath, der vor Jahren sogar als Landtagskandidat im Spiel war, will LH Markus Wallner in die Pflicht nehmen. „Als Landesjugendbeauftragter erwarte ich mir, dass er sich für die Jugend in Vorarlberg einsetzt und die Gemeinde Röthis davon überzeugt, dass hier eine falsche Entscheidung getroffen wird.“