Angriff auf Polizei in Dornbirn: Drei Männer angeklagt

VN / 02.03.2019 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Während einer der drei Angeklagten freigesprochen wurde, setzte für die beiden anderen teilbedingte Geldstrafen. Eckert
Während einer der drei Angeklagten freigesprochen wurde, setzte für die beiden anderen teilbedingte Geldstrafen. Eckert

Betrunkener schleuderte Beamtin in die Luft und wurde dafür zu 3000 Euro Geldstrafe teilbedingt verurteilt

Christiane Eckert

Feldkirch Ende September wurde in Dornbirn die Polizei zu einer Körperverletzung gerufen. Die Beamten fuhren vor die „Mohrenbrauerei“ und nahmen den Sachverhalt auf. Der Mann, der verdächtigt wurde, im Festzelt jemanden verletzt zu haben, war kooperativ, saß draußen am Boden und gab bereitwillig seine Personalien an. Die Sache wäre schnell erledigt gewesen, hätte sich nicht ein 26-jähriger betrunkener Installateur völlig grundlos eingemischt. Mit den Worten „Geh weg, das passt schon“, versuchte sogar der Mann am Boden den Störenfried los zu werden.“ Plötzlich entstand völlig grundlos ein tumultartiges Szenario.

Die drei damals beteiligten Burschen waren am Freitag am Landesgericht Feldkirch unter anderem wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt. Zwei Brüder und ein Kumpel. Der 26-Jährige, damals völlig außer Rand und Band,  legte sich mit einer 35-jährigen Beamtin an und schleuderte sie so heftig in ein angrenzendes Blumenbeet, dass die Polizistin nach einem Salto auf dem Rücken landete.

Rückenprellung

Die Beamtin erlitt dabei eine Rückenprellung und musste eine Woche in den Krankenstand. „Ich konnte nur eine halbe Stunde sitzen“, beschreibt die Frau als Zeugin die Verletzungsfolgen. Der junge Mann war so aggressiv, dass er es auch schaffte, danach noch einen weiteren Polizeibeamten in den Schwitzkasten zu nehmen. Die immer wieder erfolgten Abmahnungen ignorierte er gänzlich. Das alkoholisierte Trio kann sich zwar kaum erinnern, kann aber offenbar gewisse Verhaltensweisen ausschließen. Der Bruder des Erstangeklagten hielt die Beamten ebenfalls in Schach. Sogar Pfefferspray musste eingesetzt werden. Dabei hatte es für die Einmischung keinen Grund gegeben. Die drei hatten mit dem vorigen Vorfall überhaupt nichts zu tun. Der dritte im Bunde, so das Gericht, hat als einziger offenbar wirklich nur versucht zu schlichten. Er wird freigesprochen.

Auto zerkratzt

Weil der 26-Jährige sich gar nicht beruhigte, wurden ihm Handfesseln angelegt und er wurde am Polizeiauto fixiert. Er wandte sich hin und her und schrie: „Ich zerkratz Euch Euer Auto“. Die Staatsanwaltschaft sieht in diesem Verhalten eine mutwillige Sachbeschädigung, denn der Wagen wurde tatsächlich beschädigt. Das Gericht spricht den Mann in diesem Punkt frei, er hatte zuvor Pfefferspray abbekommen. Möglich wäre, dass er sich deshalb nur hektisch bewegte. Der Erstangeklagte wird zu 3000 Euro Strafe verurteilt, die Hälfte davon bedingt. Der Beamtin schuldet er 500 Euro Teilschmerzengeld. Sein Bruder wird zu 2400 Euro, ebenfalls zur Hälfte bedingt, verdonnert. Alle Urteile sind noch nicht rechtskräftig.