Bezirksgericht: Fußtritt unter die Gürtellinie in einem Dornbirner Lokal

VN / 02.03.2019 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bezirksgericht
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1400 Euro Geldstrafe für unerwünschten Gast wegen des Radaus, den er in einem Dornbirner Lokal veranstaltet hatte.

Dornbirn Um 1.45 Uhr flogen die Fetzen. Der junge Bursche bebte vor Aggressivität. Es leuchtete ihm nicht ein, weshalb ihm der Türsteher den Zutritt zu einem Lokal in der Dornbirner Innenstadt verweigerte. Die Situation eskalierte, als der ungebetene Besucher dem Security mit voller Wucht einen Tritt gegen die Genitalien verpasste.

Beschuldigter bleibt fern

Es trug sich bereits im Juli vergangenen Jahres zu. Nun aber sollte sich der Täter für seinen Tiefschlag vor Richter Frank Plasinger am Bezirksgericht Dornbirn verantworten. Und die strafrechtlichen Folgen dafür tragen. Doch der Mann glänzt bei der Verhandlung durch Abwesenheit. Erstaunlicherweise auch sein Opfer. Der Richter begnügt sich allerdings mit den damals aufgenommenen Protokollen der Polizei und die Aussage eines Securitys, der erscheint und der damals zum Zeugen des Angriffs geworden war.

Doch der kann sich erst Mal kaum an etwas erinnern. „Ich weiß eigentlich gar nicht, um was es geht“, verblüfft der 30-Jährige den Richter. „Stimmen die Aussagen, die sie damals gegenüber der Polizei gemacht haben?“, will Plasinger jetzt wissen. Der Zeuge bejaht. Wenn er das so gesagt habe, dann werde es wohl auch so gewesen sein. Und schon beginnen sich die Erinnerungslücken zu schließen.

Dem Security dämmert, dass der Beschuldigte damals eine Jogginghose getragen hatte, „sehr aggressiv und bereit für einen Kampf war“, sich nicht beruhigen ließ und mit voller Kraft versucht hatte, die verschlossene Eingangstüre aufzureißen. Und natürlich auch an den schmerzhaften Tritt gegen den Unterleib seines Kollegen, der dann aber doch nicht so folgenschwer gewesen sein soll, dass sich das Opfer in ärztliche Behandlung begeben musste.

Urteil in Abwesenheit

Der ferngebliebene Beschuldigte wird wegen Vergehens der Körperverletzung zu einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 1400 Euro verurteilt. Das Urteil wird ihm schon bald in den Briefkasten flattern.