Bürgermeister Summer: Kies lässt sich leichter transportieren als Wasser

VN / 02.03.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Gemeinden Rankweil und Feldkirch sind sich einig: das Naherholungsgebiet Paspelsseen soll geschützt und erhalten werden. VN/Paulitsch
Die Gemeinden Rankweil und Feldkirch sind sich einig: das Naherholungsgebiet Paspelsseen soll geschützt und erhalten werden. VN/Paulitsch

Feldkirch und Rankweil verpflichten sich zum Schutz und Erhalt der bestehenden Landschaftsräume im Gebiet der Paspelsseen.

Gernot Schweigkofler

Rankweil Gestern brachte Nina Tomaselli und Christoph Metzler, beides grüne Landtagsabgeordnete eine Anfrage an Landesrat Christian Gantner, sowie Landesrat Johannes Rauch ein. Wie Tomaselli gegenüber den VN erklärte, wünschen sich die Abgeordneten Klarheit über Pläne die den zukünftigen Kiesabbau an den Paspelsseen betreffen. Tomaselli fürchtet, dass es zu einer Wiederaufnahme von Nassbaggerungen kommen könnte. Die wurden vor 25 Jahren eingestellt, bzw. es wurden keine neuen derartigen Projekte mehr vom Land bewilligt. Zudem möchte Tomaselli Klarheit über ein laufendes Verfahren.

Landesrat Christian Gantner hat mittlerweile den VN bestätigt, dass es einen konkreten Antrag auf Erweiterung einer bestehenden Kiesgrube gebe. „Dazu läuft gerade die Vorprüfung“, führt er aus. „In diesem Stadium muss nun beurteilt werden, welche Untersuchungen bis zu einem verhandlungsfähigen Projekt noch vorzunehmen sind.“ Es gibt aber auch weitere Überlegungen für eine Erweiterung des Abbaugebietes, führt Gantner aus. Hier sei er und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser vom Grundbesitzer kontaktiert worden. Eine Untersuchung der Machbarkeit steht aber noch aus. Gantner betont, dass „die Fragen des Grundwasserschutzes und des Schutzes der Trinkwasserressourcen prioritär behandelt werden.“ Es sei aber auch landespolitisches Interesse vorhanden für eine Kiesversorgung in einem zentralen Abbaugebiet des Landes da, meint Gantner, und verweist auf die Rohstoffstudie, die 2018 erstellt wurde. In dieser wird dezidiert die Wiederaufnahme von Nassbaggerungen, soweit wassertechnisch möglich, gefordert.

Rankweil und Feldkirch einig

Offiziell uninformiert sind die Standortgemeinden der Paspelsseen – Rankweil und Feldkirch. Feldkirchs Vizebürgermeister Wolfgang Matt erklärte bereits gestern, dass er weder von einem Projekt in Feldkirch noch in Rankweil wisse. Rankweils Bürgermeister Martin Summer weiß mehr: zwar sei die Marktgemeinde noch nicht von der Behörde (BH Feldkirch) über einen Antrag informiert bzw. um Stellungnahme gebeten worden, aber vor einigen Woche habe ihn die Firma Willhelm & Mayer, auf Anfrage, informiert, dass man im Sommer 2018 einen Antrag gestellt habe. Dieser sei noch in Bearbeitung.

Die beiden Gemeinden haben erst kürzlich neue Regionale Entwicklungskonzepte verabschiedet, in denen auch die Paspelseen als erhaltenswerter Landschaftsraum eine wichtige Rolle spielen. Auf Anfrage heißt es von beiden Seiten fast unisono „die beiden Kommunen haben sich zum Schutz und Erhalt der bestehenden Landschaftsräume bekannt.“ Matt und Summer betonen aber auch, dass man nur bedingt Einfluss darauf nehmen könne, was die jeweils andere Kommune macht. Am Papier müssten sich also beide Gemeinden gegen große Ausbaupläne verwehren.

Kies lässt sich besser transportieren als Trinkwasser. Daher Trinkwasser schützen!

Martin Summer
Bürgermeister Rankweil

Rankweils Bürgermeister Summer, der in wenigen Wochen vom Amt zurücktreten wird, übt dann auch noch Kritik an der Rohstoffstudie des Landes: „Ich sehe im Gegensatz zur Rohstoffstudie kein Problem darin Kies aus dem benachbarten Ausland zu importieren. Denn Kies lässt sich besser transportieren als Trinkwasser. Daher Trinkwasser schützen in diesem Bereich“.

„Rohstoffstudie“ des Landes aus dem Jahr 2018 – hier detailliert nachlesen