Fußball: Das logische Patt im Rasenschach

Sport / 05.05.2019 • 23:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch nach artistischen Einlagen, wie hier von Christian Gebauer, fand der Ball nicht den Weg ins Tor der Mattersburger. Allerdings hatten auch die Burgenländer dasselbe nicht zuwege gebracht. Gepa
Auch nach artistischen Einlagen, wie hier von Christian Gebauer, fand der Ball nicht den Weg ins Tor der Mattersburger. Allerdings hatten auch die Burgenländer dasselbe nicht zuwege gebracht. Gepa

Altach entführte einen Punkt aus Mattersburg, Pastoors Serie geht weiter – auch dank zweier Schlüsselfiguren.

Mattersburg Manchmal bringt der Fußball das logische Ergebnis. Altach war unter Alex Pastoor auswärts noch unbesiegt, Mattersburg sieben Spiele ungeschlagen. Es kam, wie es kommen musste. Mit dem Remis setzten beide Teams ihre Serien fort. „Altach wollte das Spiel nicht mit aller Gewalt für sich entscheiden, wir konnten sie aus dem Spiel heraus nicht gefährden“, brachte es der ehemalige Altach- und jetzige SVM-Trainer Klaus Schmidt auf den Punkt. „Wir haben kein Tor geschossen, deshalb müssen wir mit einem Punkt zufrieden sein“, konnte sich auch Alex Pastoor ganz gut mit der Nullnummer anfreunden. Seinem Team fehlt mit fünf Punkten Vorsprung auf den Letzten Hartberg bei drei verbleibenden Runden nicht mehr viel auf den Klassenerhalt. Den hat der SV Mattersburg als zweites Team in der Qualifikationsgruppe nach Rapid bereits fixiert.

Altacher zu wenig zwingend

In einem Spiel mit sehr wenigen Highlights erwischte Altach den besseren Start. Berisha verfehlte zweimal das Tor (2., 6.). Beim aussichtsreichsten Angriff hatte Marco Meilinger rechts freie Bahn, spielte den Stanglpass aber Berisha in den Rücken (36.). Bei Mattersburgs bester Gelegenheit aus dem Spiel schoss Andreas Gruber zu zentral aufs Tor (39.), und Kuen traf bei einem Freistoß von rechts die Latte (63.). Da wäre Altach-Goalie Martin Kobras chancenlos gewesen. „Nach gutem Start waren wir in vielen Phasen zu wenig zwingend“, fasste Pastoor Hälfte eins zusammen. „Das haben wir in der zweiten Hälfte viel besser gemacht. Da hatten wir das Spiel durch unser Positionsspiel unter Kontrolle. Das wollen wir im nächsten Match noch besser machen.“ Schmidt zollte dem starken Gegner Respekt: „Altach ist keine Laufkundschaft in der Liga. Sie haben in sieben Runden in der Qualifikationsgruppe nur einmal verloren. Und mit Gebauer und Berisha vorne zwei Pfeile. Wir haben einen Teufel getan, um ihnen hinten die Schleusen zu öffnen.“
So war das Patt im Rasenschach nur logisch. „Wir wollten in der zweiten Hälfte in der Mitte nicht mehr so viel zulassen. Das ist uns gelungen. Jeder hat sich reingehaut, dass wir die Null halten. Das war das primäre Ziel heute“, so Marco Meilinger. „Die nächsten ein, zwei Runden wollen wir den Abstiegskampf abschließen.“

Meilinger fand den Weg zurück

Auch wenn Meilinger gegen Altach nicht alles gelang. Der 27-Jährige erfrischte das Spiel der Vorarlberger in den neun Runden, seit er Stammkraft ist, immer wieder entscheidend (2 Tore, 4 Assists). Die Spielpraxis macht ihn nicht nur körperlich stärker: „Auch vom Selbstvertrauen. Wenn du draußen sitzt, manchmal sogar nur auf der Tribüne, fängst du schon an zu zweifeln. Aber es hat sich Gott sei Dank zum Positiven gedreht.“
Sehr belebend sind auch Christian Gebauers Akzente im Sturmlauf der Rheindörfler. Auch wenn er schon fast jede Position gespielt hat: „Vorne fühle ich mich extrem wohl, weil ich schon als Kind offensiv gespielt habe.“ Diese unbekümmerte Freude am Spiel ist es, die Altach nun wieder gefälliger kombinieren lässt. „Jetzt zeigen wir die hohe Qualität, die in der Mannschaft steckt“, so Gebauer. Und jene Kompaktheit, die man in der Vorwoche bei der Heimniederlage gegen Innsbruck schmerzlich vermissen ließ. ck