Caritas steht für soziale Sicherheit ein

07.06.2019 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lilly (l.) hilft Ecerin beim Lernen. Anschließend wird gemeinsam gespielt.  CARITAS

Mit neuen Projekten sollen neue Akzente gesetzt werden.

Lustenau Soziale Sicherheit für alle: Dieses Ziel hat sich die Caritas auf die Fahnen geheftet. Mit verschiedensten Aktionen will die Organisation ihren Teil dazu beitragen, aber: „Es braucht die gemeinsame Anstrengung von allen, denn auch für die Zukunft ist soziale Sicherheit kein Selbstläufer“, erklärte Caritas-Direktor Walter Schmolly bei der Präsentation des Wirkungsberichts für 2018. Mit Projekten wie „Lebendige Nachbarschaft“, mehr Lerncafés für Kinder aus einkommensschwachen Familien sowie einem Wertedialog will die Caritas in den kommenden Monaten neue Akzente setzen, um Beziehungsnetze zu stärken, Zuversicht zu vermitteln und Krisensituationen für Betroffene besser abzufedern.

Einsamkeit belastet

Gerade in bewegten Zeiten müssten sich alle Menschen gut abgesichert wissen, sagt Walter Schmolly. Angst vor dem sozialen Abstieg oder die Sorge, nicht mehr mit den Leistungserfordernissen mithalten zu können, belaste Menschen und gefährde zudem das gesellschaftliche Klima. Ingrid Böhler, Leiterin der Pfarrcaritas, verwies auf die steigende Zahl von einsamen und isoliert lebenden Menschen. „Sie sind schon längst keine Randgruppe mehr.“ In Vorarlberg leben demnach rund 30 Prozent in Singlehaushalten. Vor allem sei Einsamkeit zunehmend ein Thema des Alterns. Dagegen gehen etwa die mehr als 300 ehrenamtlichen Sozialpaten an, die 12.000 Einsatzstunden absolvierten. Auch die „Lebendige Nachbarschaft“ soll Menschen zu mehr aktiven Kontakten verhelfen. Gestartet wird demnächst in Lustenau, Rankweil, Feldkirch und Bludenz, eine fachliche Evaluierung inklusive.

Am meisten verunsichert die Menschen jedoch der Tod. „Umso wichtiger ist es, Sterbende und ihre Angehörigen in dieser sensiblen Lebensphase möglichst gut zu begleiten“, sagte der Leiter der Hospiz Vorarlberg, Karl Bitschnau. Neben den regionalen Hospizteams sowie dem mobilen Palliativteam spielt inzwischen auch das Hospiz am See eine wichtige Rolle in diesem Bemühen. „Es bewährt sich in der Praxis bestens“, berichtete Bitschnau. 98 Patienten wurden bislang stationär aufgenommen. Die Rückmeldungen sind gut. Trotz der emotional herausfordernden Umstände würden sich Gäste und Angehörige sehr wohl und gut aufgehoben fühlen.

Weniger Flüchtlinge betreut

Der Umsatz hat sich gegenüber 2017 um 3,6 Prozent auf 52,9 Millionen Euro reduziert, was laut Walter Schmolly dem Rückgang in der Flüchtlingsbetreuung geschuldet ist. Gut 90 Prozent der verfügbaren Mittel wurden in Vorarlberg verwendet, zehn Prozent gingen in die Auslandshilfe. Die Kosten für Spendenwerbung und -verwaltung lagen bei unter acht Cent pro gespendetem Euro. „Unter dem Strich blieb 2018 eine schwarze Null mit zweckgewidmeten Rücklagen von 247.000 Euro“, erläuterte der Caritas-Direktor. Das entspricht einem halben Prozent des Umsatzes.