Obervermuntwerk II: ein Kraftwerksprojekt, das Dimensionen sprengte

07.06.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die gigantische Kraftwerkskaverne des Obervermuntwerk II. Die Dimension lässt sich erst dann richtig abschätzen, wenn man die Menschen im Bild entdeckt hat. VKW/SÄLY

500-Millionen-Euro-Projekt Obervermuntwerk II wurde am Freitag offiziell eröffnet.

Gernot Schweigkofler

Gaschurn Das Obervermuntwerk II wurde am Freitagvormittag, im Beisein von rund 700 Ehrengästen, offiziell eröffnet. Es ist zwar „nur“ das zweitgrößte Kraftwerk von illwerke vkw, aber dennoch war der Bau, der ab 2014 auf der Silvretta erfolgt ist, ein Projekt der Superlative. 500 Millionen Euro investierte das Energieunternehmen, bis zu 500 Personen waren in der Bauzeit gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt. Auf der Bielerhöhe entstand ein eigenes Dorf, in dem viele Arbeiter übernachteten, immerhin wurde im Drei-Schicht-Betrieb jahrelang durchgearbeitet. Die Bauarbeiten sind noch nicht komplett abgeschlossen, die alten Druckstollen werden noch bis 2020 entfernt, damit ist nach dem Kraftwerksbau weniger Technik in der Natur zu sehen als zuvor. Das Pumpspeicherkraftwerk nutzt die beiden bestehenden Speicher des Silvretta- und des Vermuntsees und kann dank modernster Technik in Sekundenschnelle von Pump- auf Turbinenbetrieb umstellen und so rasch auf Schwankungen bei der Stromnachfrage reagieren. Pumpspeicherkraftwerk erfüllen gerade auch im Strommarkt der Zukunft eine wichtige Funktion, weil sie als gigantische Energieerzeuger dienen können, wenn Solar- und Windstromanlagen in Europa auf Hochtouren laufen.

Im Rahmen der Bauarbeiten wurden 900 Kubikmeter Fels aus dem Berg geholt, das entspricht 18.000 Güterwaggons. VN/Paulitsch
Im Rahmen der Bauarbeiten wurden 900 Kubikmeter Fels aus dem Berg geholt, das entspricht 18.000 Güterwaggons. VN/Paulitsch

Im Rahmen der Eröffnungsfeier betonte Landeshauptmann Markus Wallner, dass mit dem Bau Vorarlbergs eigenständiger Weg in der Energiewirtschaft gestärkt werde. Zudem habe der Bau auch einen „enormen konjunkturellen Impuls“ geliefert, da auch viele Vorarlberger Unternehmen in die Arbeiten involviert waren. Im Rahmen der Festivitäten wurde das Engagement der Tunnelpatin Sonja Wallner gelobt. Vorarlbergs „First Lady“ hat jeden am Bau verletzten Arbeiter zu Hause oder im Spital besucht.

Bernhard Wittwer, er war beim Bau für die Turbinen zuständig, verdeutlicht die Dimension der gigantischen Pumpturbinen des OVW II. Zwei davon sind verbaut worden. vkw

Bernhard Wittwer, er war beim Bau für die Turbinen zuständig, verdeutlicht die Dimension der gigantischen Pumpturbinen des OVW II. Zwei davon sind verbaut worden. vkw

Für die Bevölkerung wird das Werk im Rahmen zweier Tage der offenen Tür zugänglich sein, diese mussten auf den 31. August bzw. den 1. September verschoben werden, nachdem der viele Schnee in der Silvretta es unmöglich gemacht hatte, den ursprünglichen Termin am 8. und 9. Juni einzuhalten.

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