Harder Bestatter als Geburtshelfer

VN / 15.06.2019 • 11:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kathrin, Daniel, Mia und Luis Dalmonek freuen sich über Emma, das jüngste Familienmitglied. MEDIART

Daniel Dalmonek konnte bei der eigenen Tochter erstmals eine Geburts- statt wie sonst eine Sterbemeldung ausfüllen.

Hard Eigentlich sollte das dritte Kind des Harder Ehepaares Kathrin und Daniel Dalmonek ja in der Geburtenstation zur Welt kommen. Doch dann kam alles ganz anders.

„Plötzlich setzten die Wehen wieder stark ein und ich versuchte, die Rettung zu erreichen“, erzählt Daniel Dalmonek. Schließlich hatte der Chef der Harder Bestattung Reumiller die Vorarlberger Rettungszentrale am Apparat. Er schilderte die Situation, während er sich um seine Frau kümmerte. Kathrin hat zwar Erfahrung mit Geburten, arbeitete sie doch vor dem ersten Kind auf der Wochenstation, aber so eine überraschende Hausgeburt ist doch etwas anderes.

Dann exakt um 20.48 Uhr war es soweit: „Schwupp, war das Kind da!“  „Jetzt brauche ich keine Rettung mehr, jetzt müssen sie mir bitte sagen, was ich tun soll. Es ist ja schließlich meine erste Geburt!“ Die Nabelschnur muss weg vom Hals des Kindes, das Neugeborene und die Mutter gehören warm eingepackt und dann – ja, dann hilft nur warten. Natürlich fragte der Fachmann am anderen Ende, ob das Kind wohl auch geschrien habe. Hatte es, also gut.

Emma Dalmonek aus Hard
Emma Dalmonek aus Hard

Daniel Dalmonek: „Wir waren beide ziemlich durcheinander und haben sogar versäumt, nachzusehen, welches Geschlecht das in die Decke gewickelte Kind hat.“ Erst als nach wenigen Minuten die Rettung eintraf, stellten die Eltern fest, dass sie nach einer Tochter und einem Sohn eine weitere Tochter erhalten hatten, Emma, 3.300 g schwer und 510 mm groß. Das Kind, die Mutter sowie der Vater waren wohlauf. „In der ganzen Situation war aber gewiss die Kathrin die eigentliche Heldin“, erinnert Daniel Dalmonek daran, dass sie eigentlich mehr Nervenstärke bewiesen hat als er als Kindsvater.

Der Harder, der seit 2010 als Bestatter arbeitet, ist hochzufrieden darüber, dass er nach zahlreichen Sterbefällen erstmals eine Geburt anmelden konnte, und gleich den eigenen Nachwuchs. Weiters freut ihn sehr, dass wieder einmal ein Kind in Hard zur Welt gekommen ist.  „Wir möchten uns besonders bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle, der RFL in Feldkirch und bei den Rettungssanitätern bedanken und natürlich auch beim Team im Kreissaal in Dornbirn für die weitere Betreuung“, betonen die glücklichen Eltern. Die kleine Emma hat sich bereits bestens eingelebt, Schwester Mia (4) und Bruder Luis (2) freuen sich sehr über den Familienzuwachs. AJK