Muss ein E-Auto „bemerkbar“ sein?

Vorarlberg / 16.06.2019 • 19:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein Kärntner Gericht hatte sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob ein Elektroauto vorsorglich „lärmen“ muss, damit man es wahrnehmen kann.

Unfall. Folgendes hatte sich zugetragen: Die Lenkerin eines Elektroautos fuhr aus dem Carport einer Wohnanlage heraus. Dabei lief ihr ein Kind (8) ins Auto. Die Diagnose, dass das Kind dabei nicht schwer verletzt wurde, stellte sich erst später heraus, nachdem die Rettungskette inklusive Hubschraubereinsatz angelaufen war, was erhebliche Kosten nach sich zog.

Klage. Das minderjährige Kind, vertreten durch die Mutter, klagte einen Schadenersatz ein. Laut Klage hätte die Lenkerin des E-Autos mit Warn- oder Schallzeichen auf sich aufmerksam machen müssen, auch wenn sie nur im Schritttempo fuhr, oder hätte sich um einen Einweiser bemühen müssen.

Gleiches Recht auch für E-Autos. Das Gericht kam schlussendlich zum Ergebnis, dass dem Lenker eines E-Fahrzeuges nicht zusätzliche Belastungen auferlegt werden können und somit gleich zu behandeln ist, wie der Lenker eines Benzin- oder Dieselfahrzeuges. Die Lenkerin des E-Fahrzeuges habe prompt reagiert und wurde daher als schuldlos angesehen, die Klage daher abgewiesen.

„Lärmpflicht“. Auch dieses Vorbringen hatte für das Gericht keine Relevanz, was sich jedoch in Zukunft ändern wird. Aufgrund einer EU-Verordnung ist auch Österreich verpflichtet, ab Juli 2019 eine „Lärmpflicht“ für Flüster-Elektroautos bis zu einem Tempo von 20 km/h einzuführen. Mit einem automatischen Warngeräusch sollen dann insbesondere Sehbehinderte und Fußgänger geschützt werden. Die E-Autos der letzten Generation dürften diesbezüglich bereits auf dem neuesten Stand sein.