Überraschungsmenü für Vorarlberger Gastrolegenden

Vorarlberg / 16.06.2019 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Es ist angerichtet im Romantik Hotel Schiff. Neben Seniorchefin und Spitzenköchin Erna Metzler wurden drei Berufskollegen mit dem Legendenpreis für ihr Lebenswerk geehrt. VN/Paulitsch
Es ist angerichtet im Romantik Hotel Schiff. Neben Seniorchefin und Spitzenköchin Erna Metzler wurden drei Berufskollegen mit dem Legendenpreis für ihr Lebenswerk geehrt. VN/Paulitsch

Zwei Köchinnen, ein Koch und ein Cafetier wurden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Hittisau Auf dem Programm der 5. Vorarlberger Genusstage stehen viele Highlights. Besuche bei Produzenten, hochkarätig besetzte Gespräche zum Thema Genuss oder natürlich gutes Essen. Aber ein „Menu suprise“, also ein Überraschungsmenü, ist etwas Besonderes. Zu einem solchen luden Veranstalter Hannes Keckeis und der Mitinitiator der Genusstage, Hotelier Hans Peter Metzler, vier besondere Menschen. Sie wurden als herausragende Vertreter der Vorarlberger Gastronomie für ihr Lebenswerk geehrt. Sie drängen nicht ins Rampenlicht. Ihr Applaus ist ein volles Restaurant, sind zufriedene Gäste und Mitarbeiter.

Erna Metzler

Die Hittisauer Köchin Erna Metzler war die erste Frau, die 1994 im Bregenzerwald mit einer Gault-Millau-Haube geehrt wurde und bald auch eine zweite erhielt. Dabei ist Metzler zwar im Schiff aufgewachsen, aber als Köchin Autodidaktin. Sie hat das Handwerk von ihrer Mutter Erna Mennel gelernt. 1965 hat sie Eduard Metzler geheiratet und mit ihm den Betrieb übernommen. Ab 1984, als ihr Mann starb, stand sie mit dem inzwischen stark gewachsenen Betrieb alleine da. Die Herausforderungen waren nicht gering, doch mit Durchsetzungsvermögen und ihren Kindern Elisabeth und Hans Peter meisterte sie die Schwierigkeiten und stellte das Restaurant in Richtung regionale Gourmetküche um. Bis heute kocht Erna Metzler für die Hotelgäste täglich.

Erna Metzler
Erna Metzler

Gretl Scheucher

Berta Guth war die Gründerin des Restaurants Guth in Lauterach. Tochter Gretl suchte eigentlich eine andere berufliche Erfüllung, sie trat 1957 in den Landesdienst. 1960 wurde sie nach Hause berufen, um – eher unfreiwillig – im Familienbetrieb nützlich zu sein. 1962 heiratete sie Johann Scheucher, zog – neben der Arbeit am Herd – zwei Söhne und drei Töchter groß. Das Restaurant führte sie bis 1998, dann übernahm Sohn Thomas. Im Betrieb kann er sich auf die Mutter und seine Schwestern Ulrike und Simone verlassen. Gretl Scheuchers Klassiker sind Renner auf der Karte des Top-Restaurants, ihre herzliche Art tut ein Weiteres zum Wohlfühlfaktor im Guth. Neben der Topleistung im Restaurant kochte sie über 21 Jahre auch noch für das Seniorenheim Lauterach und einige Großbetriebe.

Gretl Scheucher
Gretl Scheucher

Engelbert Kaufmann

Wenn Vorbild, dann Kaufmann. Sowohl Erna Metzler als auch Gretl Scheucher kehrten bei Engelbert Kaufmann im Adler zu. Immer wieder, denn er ist ein Pionier, einer, der Regionalität und Kreativität schon zu einer Zeit lebte, als man diese Begriffe noch nicht in Zusammenhang brachte. Seine Basis hat er in der Küche seiner Mutter. In der Post Bezau hat er als Jungkoch gelernt, verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umzugehen.Ab 1985 sorgte er im Adler Schwarzenberg für Furore (auch architektonisch) und prägte den Bregenzerwald kulinarisch. Seinen Adler verkaufte der Hauben- und Sternekoch 2015, doch bei interessanten Projekten schwingt er noch immer den Kochlöffel. Oder er lockt winters Skifahrer zum gastronomischen Pflichtstopp in der S1 Skilounge in Warth.

Engelbert Kaufmann.

Klaus Feuerstein

In der Küche des Feldkircher Cafes Feuerstein steht auch Klaus Feuerstein regelmäßig. Er kocht ausgezeichnet, doch seine Verdienste hat der gelernte Konditor als Bewahrer des Traditionscafes und gleichzeitig Innovator des Nightlifes erworben. Der Stone Club – eine eigentlich kleine Bar neben dem Cafe -, ist bis heute Anlaufpunkt der Nachtschwärmer, Trends wie Techno und House fanden bei ihm eine Heimat. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Klaus Feuerstein.