Verwenden statt

Leserbriefe / 16.06.2019 • 19:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

verschwenden

Diese Initiative mit dem Ziel, das Bewusstsein für den Wert der Dinge zu schärfen und verfrühtes Wegwerfen von Gegenständen zu verhindern, ist sicherlich sehr zu begrüßen. Umso mehr erstaunt die Vorgangsweise bezüglich der Stromzähler. In unserer Wohnanlage wurden nach 20 Jahren die (funktionierenden) Zähler gegen neue, digitale ausgetauscht, mit dem Hinweis, dass auch diese nach zwei Jahren wieder ausgebaut und weggeworfen würden, da danach „Smart Meter“ eingebaut werden müssen. Innerhalb von drei Jahren drei Mal Zählertausch? Diese fragwürdigen „Smart Meter“, die angeblich den Stromverbrauch reduzieren (wie soll der Stromverbrauch sinken, nur wegen eines neuen Zählers?) und laut Aussage des Stromlieferanten verpflichtend einzubauen sind, sind aus verschiedenen Gründen umstritten; allerdings wurde noch nie die Frage aufgeworfen, wie lange die Nutzungsdauer dieser digitalen Zähler sein wird. Etwa auch nur fünf Jahre wie die der Wärmezähler? Da dies unzählige Haushalte in Österreich und der EU betrifft, werden wir auf Geheiß nationaler- und EU-Vorschriften in kurzen Abständen riesige Müllberge produzieren. Im Vergleich dazu muten die Bemühungen Einzelner, die Nutzungsdauer von Elektrogeräten durch Reparatur gewisse Zeit zu verlängern, rührend an. Warum kann man nicht weiterhin auf Wunsch Zähler mit 20-jähriger Nutzungsdauer verwenden? Welche Lobby hat uns diese Müllproduktion im industriellen Stil beschert?

MMag. Brigitte Vogl, Schruns