Aufregung um kollektives Gebet für Kurz in Wiener Stadthalle: Reaktionen im Netz

Politik / 17.06.2019 • 10:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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ÖVP-Obmann Sebastian Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Stadthalle ein „Awakening Austria“-Event besucht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker sehen darin einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

Wien Ein Auftritt von Sebastian Kurz sorgt derzeit für Diskussionen. Der Altkanzler trat am Sonntag bei einem ökumenischen Großevent in der Wiener Stadthalle auf. Etwa 10.000 Teilnehmer aus erschiedenen Freikirchen sowie der katholischen und der evangelischen Kirche beteten bei „Awakening Austria“ mit „Awakening Europe“-Gründer Ben Fitzgerald. „Vater, wir danken dir so sehr. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm gegeben hast für dein Volk“, sagte der Australier Fitzgerald.

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In sozialen Medien mussten sich Kurz und die Veranstalter des Großevents dafür einiges an Kritik gefallen lassen – und zwar auch von kirchlicher Seite. So warnte die Direktorin der evangelischen Diakonie, Maria Katharina Moser, vor einem „Missbrauch des Gebets“ für Wahlkampfzwecke: „Die Kirchen sollten sich hüten, sich vor den parteipolitischen Karren spannen zu lassen, egal welcher Partei“, schrieb sie auf Twitter. Und ihr Kollege von der katholischen Caritas, Michael Landau, verwies angesichts der Inszenierung auf offener Bühne schlicht auf das Gebot des Matthäus-Evangeliums, im Privaten zu beten („Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu“) – „Von Stadthalle steht da nichts.“