Evangelikales „Segensgebet“ für Kurz sorgt für Kritik

Politik / 17.06.2019 • 21:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Gott, wir danken dir so sehr für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast“, betete Fitzgerald (r.) mit Tausenden Menschen in der Wiener Stadthalle für Kurz. DPA
„Gott, wir danken dir so sehr für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast“, betete Fitzgerald (r.) mit Tausenden Menschen in der Wiener Stadthalle für Kurz. DPA

Wien ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat seine Teilnahme am evangelikalen Großevent „Awakening Europe“ in Wien verteidigt. Vom „Segensgebet“ des Predigers Ben Fitzgerald sei er überrascht gewesen. Fitzgerald, der sich auf einer selbst erklärten Mission der christlichen Rückholung Europas sieht und behauptet, als früherer Drogendealer Jesus begegnet zu sein, ließ Tausende Teilnehmer in der Stadthalle mit ausgestreckten Armen für Kurz beten: „Gott, wir danken dir für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm gegeben hast für dein Volk.“

Die FPÖ findet den Auftritt sehr befremdlich. Die Liste Jetzt spricht von einer peinlichen Anbiederung an eine Sekte. Der evangelische Bischof Michael Bünker distanziert sich von der Veranstaltung. Es sei selbstverständlich, auch für politische Amtsträger zu beten, dabei sei jedoch die Unterscheidung von Religion und Politik wichtig. Die Erzdiözese Wien sieht keine parteipolitische Vereinnahmung durch das Gebet. Caritas-Präsident Michael Landau verweist hingegen auf das Gebot des Matthäus-Evangeliums, im Privaten zu beten: „Von Stadthalle steht da nichts.“