Städtebau und Bahnhof

Leserbriefe / 17.06.2019 • 17:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ich möchte zwei Anmerkungen zum Projekt des Bahnhofs in Bregenz vorstellen. Erstens: Zum Städtebau gehören auch Straßenumlegung, Straßenunterführungen, etc. Solche
planerischen Strategien gelten meiner Meinung nach als zeitlose Optionen zu den wirtschaftlichen und politischen Aspekten von städtischen Großprojekten. Für mich ist das Projekt des Bahnhofs in Bregenz eines davon. In diesem Sinn wäre es besser gewesen, wenn die Umlegung oder die Teil-Unterführung der bestehenden Straße nicht abgelehnt worden wäre. Ich glaube, dass die „Serpentine“ zwischen Bahnhofplatz und Seestadtareal endlich abzuschaffen ist, damit dem Standort Bregenz eine weitere Urban-Gesamtentwicklung ermöglicht wird. Zweitens: Bregenz liegt an einem wichtigen Knotenpunkt der immer mehr komplexer werdenden europäischen Infrastrukturen. In der Zukunft wird der Wohlstand eines Standorts (regional, national etc.) von dieser Infrastrukturentwicklung abhängig sein. Die Standorte, die sich an diesen Infrastrukturen/Kulturellennetze „anknüpfen“ können, werden sich weiterentwickeln. Der Umbau des Bregenzer Bahnhofs sollte – in diesem Kontext – nicht als „eigenständiges regionales“ Phänomen konzipiert werden, sondern als europäisches. Anders gesagt: Er kann nicht nur als „kosmetische“ Verbesserung eines (veralteten) Status Quo gesteuert werden. Deswegen hätten die „Visionen“ der letzten Jahrzehnte (Gleisunterführung, Seestadt-Arealumbau etc.) zum definitiven Projekt besser einbezogen werden sollen. Der Pragmatismus sollte sich manchmal von diesen Visionen „anstecken“ lassen.

Francesco Cappello, Höchst