Kaffeekünstler Daniel Nekola hat die Barista-WM 2020 im Visier

Vorarlberg / 18.06.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Daniel Nekola will 2020 wieder bei der Barista-Weltmeisterschaft antreten und sein Können und seine Passion zeigen. NEKOLA

Bei Barista Daniel Nekola dreht sich alles um die braune Bohne und den Geschmack.

Wien, Brand Seine beruflichen Weichen hat Daniel Nekola 2014 während der Hotel- und Gastronomiemesse Fafga in Innsbruck gestellt. Damals stellte sich nämlich seine Begeisterung für Kaffee ein. „Ich habe auf dieser Messe einen Kaffee getrunken und dieser war einfach sensationell. Er hat so intensiv nach Schokolade geschmeckt. Als ob man in eine dunkle Schokolade beißen würde“, schildert der Brandner sein Schlüsselerlebnis. „Ich konnte mir vorstellen, weiter in der Gastronomie tätig zu sein, und zwar im Zusammenhang mit Kaffee“, erklärt der 32-Jährige, der einige Saisonen als Koch national und international tätig war.

Daraufhin folgte beim bis dato Nebenbei-Kaffeetrinker und -genießer der erste Barista-Kurs bei Benjamin Graf in Krems. An seinem neuen Wohnort, in Wien, ergatterte der Kaffeekünstler daraufhin über eine Empfehlung in dem kleinen Speciality Kaffee „Gota Coffee Experts“ einen Job und lernte seit Oktober 2017 bei Junior Vargas Otero einiges über Kaffee dazu. Der Feinschmecker weiß inzwischen auch, dass Kaffee nicht gleich Kaffee ist. „In der Kaffeebohne stecken bis zu 800 Aromen. Im Wein hingegen stecken bis zu 400. Letztlich hatten wir einen Kaffee, der anfangs nach Ananassaft und in Richtung Gaumen nach Zimt geschmeckt hat. Der Röster hatte nur 69 Kilogramm dieser Sorte. Wir konnten zehn Kilogramm davon ergattern“, erzählt er stolz.

Bei der World Of Coffee dabei

Daniel Nekola setzte dieses Wissen so ein, dass er bei seiner Wettbewerb-Premiere beim Vienna Coffee Festival gleich einen Staatsmeistertitel holte. Im Jänner 2019 ritterten die besten Baristas Österreichs in fünf Kategorien um den Titel. Barista Nekola holte sich den Sieg in der Kategorie „Coffee in Good Spirits“ (Kaffee und Spirituosen). Vor etwas über einer Woche hatte der Sportbegeisterte bei der Barista-Weltmeisterschaft in Berlin seine Feuertaufe. Er schaffte es in derselben Kategorie wie bei der Staatsmeisterschaft auf den 19. Platz.

Doch bis es so weit war, verwandelte er den Keller seines Arbeitsortes in ein Trainingslager. Üben, üben, üben war angesagt. Denn der Wettbewerb verlangt den Baristas einiges ab. Die Ergebnisse werden von vier Schiedsrichtern überprüft. Sie achten in erster Linie auf den Geschmack, das Aussehen, den technischen Ablauf und das Verhalten des Baristas. Damit der Geschmack des Kaffees mit dem Alkohol harmoniert, riskierte er mehrere Blicke in unterschiedlichste Cocktailkarten und schaute auch Barkeepern über die Schulter. Während des Wettbewerbs selbst hat der Teilnehmer zehn Minuten Zeit, um zweimal zwei Drinks anzurichten. Neben der hohen Geschwindigkeit beim Kaffeebrauen braucht es auch einiges an Hintergrundwissen. „Ich muss erklären können, was ich gerade mache, welche Zutat ich gerade zu welchem Zweck verwende, und ich muss auch wissen, warum die Zutaten zueinanderpassen“, zählt er einige der Wettbewerbsanforderungen auf.

Nächste WM als Ziel

Auf die kommende Barista-Weltmeisterschaft, die 2020 in Warschau stattfinden wird, blickt er hochmotiviert. „Natürlich will ich auf die nächste Weltmeisterschaft. Ich habe viel gelernt und weiß, was die Schiedsrichter bei der Präsentation und bei der Erklärung des Getränks erwarten.“ In der Zwischenzeit arbeitet Daniel Nekola weiter an seinem Ziel, selbst einmal sein Wissen und seine Passion in Barista-Kursen weiterzugeben.