Konträre
Werte­definition?

Leserbriefe / 18.06.2019 • 18:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In einigen Monaten wird der österreichische Klimabericht an die EU fällig, und der dürfte angesichts der akzeptierten Grenzwerte nicht erfreulich ausfallen. Eine EU, die andererseits mit ihrer Exportförderungs-, Agrar- und Wirtschaftswachstumspolitik Menschen in anderen Erdteilen in Existenznöte bringt. Wo die Zahlungen für jetzige und zukünftige Umweltzertifikate landen und wie effektiv diese für wirkliche Umweltfragen eingesetzt werden, steht in den Sternen. Aber auch jene, die heute noch euphorisch dafür auf die Straße gehen, werden in späteren Jahren ggf. sinnlos, nicht wenig dafür zahlen dürfen.

Wir kleinen Europabürger werden weiterhin nicht riesig viel dagegen ausrichten können, dass Konzerne sowohl steuervermeidungstechnisch wie auch was Schönfärberei in Umweltfragen anbelangt, mit Duldung der globalen Politik weiterbetreiben können, und die weltweit verursachten Schäden der Umweltbelastung ihren Profiten opfern. Allerdings, auch wir selbst schränken uns, was Ferien mit Kreuzfahrtschiffen, Flügen und anderes mehr anbelangt, nicht ein, wie ständig steigende Reisendenzahlen beweisen. Wichtig wären Projekte zur Rettung von Regenwaldflächen, Reduktion der europäischen Plastikerzeugung, oder ggf. Verbesserung der Lebensbedingungen armer Leute in Indien durch Finanzierung von Stahlöfen, statt der in vielen Hütten dort verwendeten Erdöfen ohne Rauchabzug für verwendete Dungbrennstoffe u. a. m. Wären da nicht Gesinnungswandel oder Direkthilfen seitens der EU wichtiger als Kritiken oder gar interne Strafzahlungen?

Kurt Höfferer, Hörbranz