Lehrer fühlen sich zu wenig unterstützt

Politik / 19.06.2019 • 21:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ihre Zufriedenheit ist im internationalen Vergleich aber hoch.

Wien Österreichs Lehrer sind mit ihrem Job und Arbeitsplatz überdurchschnittlich zufrieden, fühlen sich allerdings im internationalen Vergleich am wenigsten unterstützt. Das zeigt die am Mittwoch veröffentlichte OECD-Lehrerstudie TALIS zu Arbeitsbedingungen von Lehrern und Direktoren der Sekundarstufe 1 (AHS-Unterstufe und Neue Mittelschule) in 48 Ländern.

Laut Bildungsministerin Iris Rauskala ist es „ein wirklich schöner Befund, dass die überwiegende Zahl der Pädagogen mit ihrer Berufswahl und ihrem Beruf sehr zufrieden sind“. Der Aussage „alles in allem bin ich mit meiner Arbeit zufrieden“ stimmten 96 Prozent zu (EU-Schnitt: 90 Prozent). Die Lehrer fühlen sich allerdings wenig unterstützt: So kommt in Österreich auf 15 Lehrer ein Dienstposten für administratives Personal (etwa Sekretariatskräfte). Im EU-Schnitt sind es nur sieben Lehrer. Einen Dienstposten für pädagogisches Unterstützungspersonal (etwa Psychologen, Beratungslehrer) müssen sich in Österreich im Schnitt 19 Lehrer teilen, im EU-Schnitt acht. Bei der administrativen Unterstützung sei Österreich im internationalen Vergleich am schlechtesten ausgestattet, betont Andrea Weilguny, Direktorin des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie).

Umgekehrt gibt es in Österreich aber überdurchschnittlich viele Lehrer pro Schüler: Rein rechnerisch kommt ein Lehrer auf 7,4 Schüler (NMS: 7,1, AHS: 8,8), im EU-Schnitt ist ein Lehrer für 10,5 Schüler zuständig. 

Mit ihren Schülern kommen übrigens 97 Prozent der Lehrer in Österreich normalerweise gut aus. Es gibt aber auch Problem-Standorte: Fünf Prozent der Direktoren gaben an, dass an ihrer Schule körperliche Verletzungen, Vandalismus/Diebstahl, Einschüchterung/Beleidigung oder Mobbing wöchentlich oder gar täglich vorkommen (EU-Schnitt: sechs Prozent).

Stichwort

TALIS-Studie

Für die OECD-Lehrerstudie TALIS wurden rund 150.000 Lehrer der Sekundarstufe 1 (Zehn- bis 14-jährige Schüler) in 48 Ländern über ihre Arbeitsbedingungen befragt. In Österreich nahmen rund 280 Direktoren und 4300 Lehrer der AHS-Unterstufe und Neuen Mittelschule teil. Sie repräsentieren die 53.000 Lehrer an den 1500 Schulen dieser Schultypen. 

TALIS wurde zum dritten Mal durchgeführt – 2008 war Österreich dabei, 2013 verzichtete man. Vergleichsländer sind heuer etwa England, Finnland, Frankreich, Südkorea, Japan, Australien und die USA.