30 Jahre das Zuhause der Altenstädter Pfadis

VN / 20.06.2019 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
3Die Pfadfindergruppe St. Martin feierte den 30. Geburtstag ihres Pfadiheims. UYSAL

Heim an der Naflastraße ist seit Jahrzehnten fixe Bleibe der Pfadfinder.

FELDKIRCH Die Pfadfinder aus Altenstadt hatten vergangenes Wochenende allen Grund zu jubeln: Seit 30 Jahren bewohnen sie das Pfadiheim an der Naflastraße 12. „Und das wollen wir mit euch feiern“, verkündeten die Naturfreunde laut im Dorf. Aus diesem Grund luden sie herzlich zur Messe mit Pfarrer Roland Stefani und zum anschließenden Jubiläumsfest bei der Turnhalle der Volksschule Altenstadt ein. Musikalisch begleitet wurde das Fest von „bÄndscheibenvorfall“. Zusätzlich wurde eine kleine Ausstellung auf die Beine gestellt: Briefe, Vorher-Nachher-Fotos oder diverse Dias luden zum Entdecken der Geschichte des Pfadiheims ein.

Zum Jubiläum hielt Pfarrer Roland Stefani eine Festmesse im Pfadfinderheim ab.
Zum Jubiläum hielt Pfarrer Roland Stefani eine Festmesse im Pfadfinderheim ab.

Haus mit Geschichte

Das stattliche, zweigeschoßige, heute stadteigene Haus im Ortszentrum wurde 1817, also vor rund 200 Jahren, von der Altgemeinde Altenstadt als erstes Schulhaus für Knaben des Dorfes erbaut. Die Mädchen hatten eigene Räumlichkeiten im Kloster. Davor war der Unterricht in einem Zimmer eines von der Gemeinde angekauften und umgebauten Bauernhauses abgehalten worden. Dieses Gebäude wurde nach dem Schulbau verkauft – als Gasthaus „Krone“ bestand es weiter bis zu seinem Abriss im Jahre 1971.

Bürgermeister Wolfgang Matt mit Kurt Mayer, Peter Mück, OV Josef Mähr und den Pfadfinderinnen Alina und Corina.
Bürgermeister Wolfgang Matt mit Kurt Mayer, Peter Mück, OV Josef Mähr und den Pfadfinderinnen Alina und Corina.

Im ersten Obergeschoß des Schulhauses waren zwei Klassenräume untergebracht, im Erdgeschoß befanden sich die Büroräume der Altgemeinde. 1895 wurde der Schulbetrieb im Hause eingestellt – Schule und Gemeindekanzlei übersiedelten in das neue Schulhaus in der Kirchgasse. Das Erdgeschoß diente nun der Feuerwehr als Vereinslokal. 1913 wurden Räumlichkeiten im Obergeschoß des Gebäudes zu Wohnungen umgebaut und von Familien bezogen. Mitte der 1930er-Jahre wurden die Kellerräume an die benachbarte Sennerei vermietet, die Feuerwehr übersiedelte in das zweite Obergeschoß. Im Erdgeschoß wurde die Dienststelle des Gendarmeriepostens Altenstadt untergebracht. Im Jahre 1958 räumte die Familie des Kammeramtsdirektors Walter Schuler ihre Wohnung, in die dann die Familie des Volksschuldirektors Rudolf Schelling einzog. Sohn Hans Jörg Schelling war von 2014 bis 2017 Finanzminister in der österreichischen Bundesregierung. 1960 übersiedelte die Feuerwehr in ihr neues Gebäude in der Langenfurch. Der Gendarmerieposten Altenstadt wurde 1966 aufgelassen. Zehn Jahre später zog die Familie Schelling aus.

4000 Stunden Eigenleistung

Ab diesem Zeitpunkt bestand die Möglichkeit zur umfangreichen Renovierung des Gebäudes. Nach Abschluss der Arbeiten durch die Stadtgemeinde Feldkirch boten sich neue Nutzungsmöglichkeiten. Bereits im Jahr 1986 waren im Erdgeschoß die Büroräume und das Archiv der Agrargemeinschaft der Altgemeinde Altenstadt untergebracht worden, im Mai 1989 folgte eine feierliche Eröffnung: Schon lange auf der Suche nach einer fixen Bleibe, erhielt die Pfadfindergruppe
St. Martin Altenstadt-Levis endlich ein eigenes Pfadfinderheim – mit Gruppenräumen, einem Sitzungszimmer und Nebenräumen in den beiden Obergeschoßen sowie einem Lager- und Werkraum im Kellergeschoß. Die rund 100 Pfadfinder hatten bei den Umbauarbeiten fleißig mitgeholfen und ca. 4000 Stunden Eigenleistung erbracht. ETU

Neena, Meike, Ina und Tabea waren auch mit dabei.
Neena, Meike, Ina und Tabea waren auch mit dabei.
Ferdinand, Matthias und Robert.
Ferdinand, Matthias und Robert.
Paul, Hendrik und Alexander.
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