Die Masche mit dem Vorschussbetrug

Vorarlberg / 23.06.2019 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Das Landeskriminalamt warnt vor falschen Lotto- und Gewinnversprechen.

 

Bregenz Unter dem Motto „Wenn man nicht teilnimmt, kann man nicht gewinnen“ vergessen leider viele potenzielle Opfer bei der Aussicht auf hohe Geld- oder Sachwerte oftmals, dass sie bei keinem Gewinnspiel teilgenommen haben. Das Versprechen angeblich hoher Gewinne per Postsendung, E-Mail oder Telefonanruf ist eine Masche, die Betrüger in den unterschiedlichsten Varianten anwenden.

Der Modus ist jedoch immer gleich: Vor einer angeblichen Gewinnübergabe oder -auszahlung werden die Opfer getäuscht und dazu aufgefordert, eine Vorausleistung zu erbringen (etwa Vorschusszahlungen für angebliche Rechtsanwalts-/Notariatskosten, Transportversicherungen etc). Zielgruppe sind zumeist ältere Menschen, die von überwiegend aus dem Ausland agierenden Tätergruppierungen kontaktiert werden.

Die Anrufer sind in der Gesprächsführung gut geschult, wirken sehr überzeugend und bedienen sich oft auch der Internettelefonie mit sogenanntem Call-ID-Spoofing, das es ermöglicht, auf der Rufnummernanzeige der Telefone ihrer Opfer eine andere Nummer anzuzeigen (wie die Telefonnummer einer echten Lotteriegesellschaft, Rechtsanwaltes und dergleichen). Mails, Briefe oder Faxnachrichten mit falschen Gewinnversprechen werden oft an Schreiben von echten Lotteriegesellschaften durch Kopie der Logos, missbräuchlicher Verwendung von echten Adressen und bekannt klingenden Firmennamen wie Euromillionen-Lotto GmbH, Eurowin2 GmbH usw. angelehnt. Das ist natürlich maßgeblich bei der Täuschung der Opfer.

Keine Auszahlungen

Inhaltlich kursieren die Schreiben in unterschiedlichster Qualität. Von täuschend echt in perfektem Deutsch bis hin zu kaum verständlichen (Google-)Übersetzungen. Die Täter geben in der Folge klare Zahlungsanweisungen: Sie schicken ihre Opfer zur Bank, Post oder Anbietern von Geldtransaktionsdiensten, um die angeblichen Kosten – häufig eine Summe von mehreren Hundert bis Tausend Euro – zu überweisen. Neben klassischen Banküberweisungen werden auch oft die Dienste der Western Union Bank benutzt. Nicht selten werden die Opfer auch aufgefordert, Prepaid-Karten für Online-Käufe (zum Beispiel Paysafecard) oder Bitcoins zu erwerben. Der darauf angeführte Code hat im Internet praktisch Bargeldfunktion und wird von den Tätern für Einkäufe, Glücksspiele oder Ähnliches verwendet. Zu einer tatsächlichen Gewinnauszahlung wird es in keinem Fall kommen.

Das Landeskriminalamt rät: Bei verdächtigen Anrufen sofort die nächste Polizeidienststelle informieren.