Grönland

Leserbriefe / 23.06.2019 • 18:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

schmilzt dahin

Grönland schmilzt dahin, aber Kurz und Strache haben ihre Erweckungserlebnisse: Kurz bei einem Sektenprediger in der Wiener Stadthalle, Strache bei einer billigen Oligarchen-Imitation in einem Feriendomizil. Der eine kämpft mit Millionen hohen Wahlkampfüberschreitungen seiner ÖVP in der Vergangenheit, der andere muss horrend hohe Überzahlungen an Mitarbeiter im freiheitlichen Innenministerium rechtfertigen. Permanent muss sich Österreich dazu mit den narzisstischen Befindlichkeiten zweier „Ausnahme-Politiker“ befassen, die so tun, als wären sie der Nabel der Welt. Es könnte einem wirklich übel werden, wozu diese beiden bläulich eingefärbten Parteigänger dieses Land verführen. Statt daran zu arbeiten, wie Österreich den die ganze Welt herausfordernden Strukturwandel bewältigen soll, der durch den Klimawandel und durch die Digitalisierung hervorgerufen wird, die die Menschheit in das längst angebrochene Anthropozän schleudern, suggerieren sie eine heile Welt anmutende Retro-Politik, die sich ihre Wahl-befindlichkeiten als Staatsthemen leisten können soll. Die emotionale Verblendung und Ablenkung, die sie erzeugen wollen, ist hochgradig irrational und gefährlich. Sie scheinen beide bei Trump in die Schule gegangen zu sein.

Wer ein anderes Amerika sucht, sollte „Losing Earth“ von Nathaniel Rich und „The Uninhabitable Earth – Life after Warming“ von David Wallace-Wells lesen. Die Butter auf den Köpfen von Kurz und Strache schmilzt wie das Grönland-Eis.

Andreas Postner, Rankweil